Iranische Zeitung Aftabe Yasd zu den Entwicklungen in Irak

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Iranische Zeitung Aftabe Yasd zu den Entwicklungen in Irak

Mehrere Beiträge in der reformorientierten iranischen Tageszeitung Aftabe Yasd setzten sich zuletzt mit der Entwicklung in der Folge des Irakkrieges auseinander. Referiert wurden unter anderem Positionen von Ayatollah Ali Meshkini (Vorsitzender des Expertenrates), Ahmad Jannati (Freitagsimam von Teheran) sowie dem religiösen Führer des Iran, Ayatollah Khamenei.

„In seiner Predigt während des Freitagsgebetes in Qom bezeichnete Ayatollah Ali Meshkini die Lage im Irak als ´kläglich´ und erklärte: ´Tausendmal soll der verdammt sein, der gegangen ist [Hussein] und tausendmal der, der seinen Platz eingenommen hat [USA]. Gekommen sind sie unter dem Vorwand der Beseitigung von Massenvernichtungswaffen, der Herstellung von Sicherheit und Demokratie. Aber was haben sie gemacht! […] All dies fand statt auf Befehl von Bush und vor dem Hintergrund der Feindschaft gegen den Islam. Aber welches Gesetz erlaubt es, solche Angriffe gegen einen Staat zu führen und mit Gewalt die Herrscher für dessen Bevölkerung auszuwählen? Ist das Demokratie? […] Die Iraker müssen jetzt wach werden, damit sie nicht von der Last eines Schlimmeren als Saddam erdrückt werden – selbst wenn sie beim Rauswurf der Amerikaner die Hälfte ihrer Bevölkerung verlieren sollten. Denn ein freies Irak mit 10 Millionen Menschen ist besser als ein Irak, in dem 20 Millionen unterdrückt werden. […] Türkische, kurdische und arabische Iraker müssen mit einem Wort sprechen, Bush und Blair aus ihrem Land werfen und ihre Herrscher nach dem Prinzip „ein Iraker, eine Stimme“ wählen. Ihnen müssen alle gehorchen und hinter einer Verfassung stehen, die auf dem Islam, auf der Sharia und dem Verstand beruht. […]´. Dabei, so Meshkini, wolle er nicht, dass das iranische Volk es ablehnt, dem irakischen zu helfen.“ (Aftabe Yasd, 3. Mai 2003)

„Der Freitagsimam von Teheran, Ahmad Jannati, empfahl den Irakern, ihr Schicksal selbst zu bestimmen, indem sie die Einheit des Wortes und den Gehorsams gegenüber der Geistlichkeit bewahren. Er wies darauf hin, dass das irakische Volk keine andere Möglichkeit als die Intifada habe […]. Die Mojahedin [iranische Volksmojahedin, die nach dem Krieg in Irak mit den Amerikanern zusammenarbeiten] bezeichnete Jannati als eine kleine terroristische Gruppe und sagte: Amerika benutzt das Problem des Terrorismus mit List und Lügen und [als Vorwand], um die Iraker zu unterdrücken.“ (Aftabe Yasd, 3. Mai 2003)

„Auf einer Versammlung von tausenden Studenten der Shahid Beheshti Universität erklärte Ayatollah Khamenei: ´Amerika ist gegen die Positionen der Islamischen Republik Iran angetreten, um Grundlagen für die Verwirklichung eigener Ziele [in der Region] zu schaffen. Der einzige Weg, diesen Forderungen entgegenzutreten, ist es, die innere Ordnung des Landes zu stärken. […] Amerika will in der iranischen Bevölkerung ein Klima des Zweifels über die Grundlagen unserer Werte, unserer Moral und der Revolution erzeugen, um die enge Verwurzelung der Bevölkerung mit der Ordnung zu schwächen und dann – nachdem die Weltöffentlichkeit entsprechend vorbereitet wurde – militärische oder ähnliche Schritte zu beginnen. […] Aber sie [die Amerikaner] wissen genau, dass ein Abenteuer im Iran ohne Erfolg bliebe. Denn trotz der Unzufriedenheit über einige staatlichen Angelegenheiten vertraut die Bevölkerung den Verantwortlichen und die leidenschaftliche Jugend des Landes steht zur Verteidigung der islamischen Ordnung bereit. […] Deren Erfolglosigkeit zu behaupten und Zweifel an den Werten und Grundlagen des Glaubens und der Revolution zu säen, gehört zu den Interessen der amerikanischen Regierung und – bewusst oder unbewusst – leider auch einiger Elemente, die solchen Interessen des Feindes Hilfe leisten und damit den Boden für dessen militärische und ähnliche Schritte bereiten´.“ (Aftabe Yasd, 13. Mai 2003)




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