Antisemitismus, deutsche Medien und der Nahostkonflikt

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Fotos Archiv AJC

Podiumsdiskussion mit Prof. Gert Weisskirchen (MdB/SPD), Sybille Pfeiffer (MdB/CDU), Claudia Roth (MdB/Die Günen), Marcus Löhnig (MdB/FDP), Rabbi Andrew Baker (American Jewish Committee/Washington), Sacha Stawski (honestly-concerned.org/Frankfurt/M) Ulrich W. Sahm (n-tv/Jerusalem), Eldad Beck (Deutschlandkorrespondent Yedioth Acharonot), Moderation Staatssekretär a.D. Klaus D. Faber sowie Rabbiner Dr. Andreas Nachama zum Stichwort Antisemitismus heute:
„Antisemitismus heute ist nicht vergleichbar mit Antisemitismus in den 30er Jahren. Da, wo ein Antisemit alter Prägung einen jüdischen Menschen auf offener Straße zusammenschlägt, wie es leider in letzter Zeit einige Male geschah oder wo jüdische Friedhofskapellen in Brand gesteckt werden, findet sich dies auf den Titelseiten der deutschen Presse wieder und die Empörung über diese Gewaltakte in der Öffentlichkeit sind massiv und nicht vorgetäuscht. Andererseits macht es für die Mitglieder der jüdischen Gmeinden kein Spaß, in deutsche Medien zu schauen. Es gibt eine ‚unvisible wall‘ zwischen der Mehrheitsgesellschaft und den jüdischen Gemeinden, die Israelberichte und die Israelwahrnehmung betreffend. Das, was Anfang der 70er Jahre sich an Israelfeindschaft in den Flugblättern der extremen Linken an den Universitäten manifestierte, hat – wie man damals witzelnd argwöhnte, mit den üblichen 20 Jahren, die Ideen von der Hochschule ins Leben brauchen, jetzt die Redaktionen der Mainstreammedien erreicht. Damals sprach Professor Michael Landmann vom Israel-Pseudos der Pseudolinken, heute gibt es einen solchen Israelpseudos mit hoher Einschaltquote. Man muß nicht Goldhagens Thesen gänzlich zustimmen, um zu wissen, daß der brutale Antisemitismus des Nationalsozialismus seine Vorläufer in den antisemitischen Vorurteilen der ach so bürgerlichen Gesellschaft hatte. […] Deshalb sind die neuen gesellschaftlich noch nicht erkannten Antisemitismen heute so gefährlich, also trägt nicht die Kritik an Israel, sondern der unterschwellige Antiisraelismus, der die Gewalt im Nahen Osten mit ungleicher Elle mißt, antisemitische Züge. Und deshalb bedarf es der Aufmerksamkeit der Politik, um dagegen etwas zu tun. Nicht die Meinungsfreiheit beschränken, sondern kreativer und überzeugender politischer Akte. Sie, die hier anwesenden POlitiker sind gefragt, dies in den Bundestag zu bringen.“

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