Britische Soldaten frei. Iranische Frauen verhaftet.

  • 0

Britische Soldaten frei.

Iranische Frauen verhaftet.

 

 

Die britischen Soldaten sind freigelassen worden, nachdem der britische Premierminister dem Iran ein Ultimatum von 48 Stunden gesetzt hatte.

Als Grund für die „Amnestie“ gab Präsident Ahmadinejad das „jüdischen Passah Fest und das Osterfest“ an.[1] Er sprach von einem „menschlichen und islamischen Schritt“ der unternommen worden sei.[2]

Indessen wird aber auch spekuliert, dass stillschweigend ein Gefangenenaustausch stattgefunden haben könnte. Dies wird von beiden Seiten dementiert.

Und während die Freilassung der britischen Soldaten gefeiert wird, verschlechtert sich die Menschenrechtslage im Iran. Zwei Aktivistinnen der Frauenbewegung wurden in das berüchtigte Ewingefängnis geführt, weil sie gegen Frauendiskriminierung aktiv waren.

Der religiöse Führer des Iran, Ali Khamenei, genehmigte aus Gründen der oben genannten religiösen Festlichkeiten, einen Antrag des Justizministers, Mahmoud Hashemi Shahroudi, auf Hafterleichterung. Dieser hatte für 1553 Gefangene Haftmilderung gefordert, was der Gipfel des Zynismus ist.[3]

 

 



Britische Soldaten dürfen wieder nach Hause.
[4]

 

 

Ahmadinejad ist traurig

 

Omid Memarian diskutiert in seinem Artikel das Ultimatum von Tony Blair, der dem Iran lediglich 48 Stunden Zeit gegeben hatte, bis ernsthafte Reaktionen folgen würden.

Memarian zitiert die These eines iranischen Wissenschaftlers, Karim Sajadpur, der die iranische Regierung scharf kritisierte, da diese zwar davon ausgehe Europa mit der Verhaftung der britischen Soldaten diszipliniert zu haben, aber das Gegenteil sei der Fall. Denn Europa und die USA seien gegenüber dem Iran nicht mehr gespalten und hätten ein gemeinsames Bündnis geschmiedet. Ahmadinejad habe aber schließlich eine Show inszeniert.

Memarian schreibt, dass sowohl die Iraner als auch die westlichen Instanzen einen Gefangenenaustausch dementiert hätten, dennoch gäbe es solche Vermutungen. Diese seien von der Tatsache genährt worden, dass Jalal Sharafi, der stellvertretender Botschafter des Iran, der vor einigen Wochen in Bagdad verhaftet worden war ein Tag vor der Freilassung der britischen Soldaten freigelassen wurde.

 

Memarian zitiert den iranischen Geheimdienstminister wie folgt: „Diese zwei Vorgänge haben nichts miteinander zu tun. Das Irak-Problem hat nichts mit dieser Geschichte zu tun. Der Iran hat auf der Grundlage der islamischen Barmherzigkeit, so wie der Präsident es betont hat, diese Maßnahmen getroffen. Das war ein Geschenk an das englische Volk. Es gab keinen Austausch.“

 

Der iranische Geheimdienstminister wollte Memarian zufolge auch nichts über das Verschwinden eines Amerikaners auf der Insel Kish wissen. Der Iran bemühe sich weiterhin um die Freilassung der übrigen im Irak verhafteten Iraner, wobei die Amerikaner bisher keine „effektiven Schritte“ unternommen hätten. [5]

 

Ahmadinejad ist nicht traurig

 

Frau Fariba Saraf ist eine Journalistin, die für Roozonline schreibt.

Sie zitiert Ahmadinejad, der sagte: „Diese Militärs und diese britischen Soldaten sind wie alle anderen Völker, als Menschen verehrenswert.“ Ahmadinejad sei für den Frieden, für anhaltende Sicherheit und für Gerechtigkeit unter allen Menschen. Ahmadinejad: „Wir sind wirklich traurig, dass junge Engländer zum Militär gehen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen und dann Tausende von Kilometern entfernt von ihrer Heimat illegale Handlungen zu begehen. Wir sind deswegen traurig.“

 

Fariba Saraf schreibt, dass genau in dieser Zeit, in der Ahmadinejad seine Trauer bekundete, zwei Frauen, Aktivistinnen der Frauenbewegung in Teheran in die Gefängniszellen gebracht worden, wo die kanadisch-iranische Journalistin Zahra Kazemi unter den Tritten und Schlägen von „gerechten“ Verhörbeamten zu Tode gekommen war. 

 

Saraf zufolge sind Nahid Keshawars und Mahbube Husseinsadeh schon am Montag, den 2. April 2007 verhaftet und offenbar zwei Tage verhört worden. Am 4. April, am Tag der Freilassung der britischen Soldaten, habe auch Shirin Ebadi, Anwältin der iranischen Frauenbewegung gesagt: „Sie haben uns nicht [ins Gerichtsgebäude] reingelassen. Niemand wollte uns antworten. Wenn sie noch nicht einmal eine Anwältin ins Gerichtsgebäude einlassen, dann kann man tatsächlich jede Form von illegalen Handlungen[6] erwarten.“ Ebadi zufolge sind die Frauen in den berüchtigten Abschnitt 209 des Evin-Genfängnisses gebracht worden. Die Richter hätten zwar zuvor gesagt, dass die Frauen gegen Kaution frei kommen könnten, diese seien jedoch schließlich in den Abschnitt 209 des Evin-Gefängnisses geführt worden.

Und da Ahmadinejad religiöse Gründe, wie das Passahfest, den Ostern und ein islamisches Fest als Ursache für die Freilassung der britischen Soldaten geliefert hatte, stellt Fariba Saraf fest, dass offenbar solche Gründe nicht für die jungen Iranerinnen gelten würden, die gerade letztlich ohne Grund in den schlimmsten Kerker geführt wurden. Und sie stellt fest, dass Ahmadinejad zwar traurig sei, dass junge Briten vom britischen Militär ausgenutzt werden würden, aber offenbar sei er nicht traurig, dass junge Iranerinnen, die gegen die Frauendiskriminierung gewaltlos ins Gefängnis kommen. Sie schreibt: „Und Herr Ahmadinejad scheint wegen der Verhaftung der Frauen keineswegs traurig zu sein.“[7]

 

nahidkeshavarzmahbobeh442.jpg

 

Nahin Keshawars und Mahbube Husseinsadeh wurden ins berüchtigte Evin-Gefängnis geführt, weil sie Unterschriften für die Frauenrechtskampagne sammeln wollten.[8]

 

„Iran könnte auch illegal handeln“

 

Die Freilassung  der britischen Soldaten wurde in jelveh-sobh-Weblogg wie folgt kommentiert:

„Die Freilassung der britischen Soldaten war sicher eine erfreuliche Nachricht, aber dennoch waren die Form der Verhaftung, die Vorwürfe, die Geständnisse im Fernsehen, die staatlichen Befehle, die Warnungen des iranischen Botschafters in Russland, die darauf folgenden Dementi, die Proteste der Bassiji und einiger Studenten, die Forderungen nach Hinrichtung der Geiseln, die Warnungen vor Beendigung der wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zwischen England und dem Iran, die Forderung der britischen Regierung an den UN-Sicherheitsrat, sich um die britischen Soldaten zu kümmern und die Verurteilung des Iran seitens des UN-Sicherheitsrates, das Ultimatum des britischen Premierministers an Iran, die Pressekonferenz von Ahmadinejad und die Medaillenverleihung für das mutige Verhalten eines Offiziers der Revolutionären Garden, sowie die Amnestie für die Soldaten knapp einen Tag vor dem Ablaufen des Ultimatums durch Ahmadinejad, zeigen die Angst und äußerste Schwäche des Regimes und nicht dessen Verteidigung der nationalen Interessen und dessen Macht. Die Herrschenden im Iran stellen ihre Angst und Furcht zur Schau. Sie beweisen, dass sie nicht in der Lage sind mit politischer Vernunft die Spannungen zu verringern. Im Gegenteil wurde damit der ganzen Welt gegenüber bewiesen, dass wir mit einem üblen und rebellischen Staat zu tun haben, der eine Bedrohung für den Frieden und für die ganze Menschheit darstellt.

Das war die erste illegale Handlung von Ali Khamenei, nachdem er davor gewarnt hatte, dass auch der Iran illegal handeln könnte.“ [9]

 

 

[Khatami-and-Ahmadinejad.jpg] 
http://bp3.blogger.com/_9Q14nENEjFM/RgqEkiFd-LI/AAAAAAAAAUs/5kEGQ8-z4lc/s1600-h/Khatami-and-Ahmadinejad.jpg

 

 

Siehe auch: http://switch5.castup.net/frames/20041020_MemriTV_Popup/video_480x360.asp?ai=214&ar=1416wmv&ak=null

Und: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/wahied_wahdat_hagh/ 

 

 

Und wenn Sie sehen wollen, wie grausam zwei Mitglieder der vom Iran gesteuerten palästinensischen Jihade Islami, einen Palästinenser, dem sie Kollaboration vorwerfen, öffentlich hinrichten, klicken Sie auf: Achtung sehr grausames Photo!

http://www.iranpressnews.com/source/022555.htm

 

 



[6] HC, 29.3.2007, Iranische Studenten fordern die Todesstrafe für die britischen Geiseln.

 
 

Hinterlasse eine Antwort