Palästinensische Volkszählung „Rauch und Schall“

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Jerusalem – Das am 9. Februar veröffentlichte Ergebnis einer im November 2007 durchgeführten palästinensischen Volkszählung, wonach es im Westjordanland
2,3 Millionen Palästinenser gebe und im Gazastreifen weitere 1,5 Millionen, sei „Rauch und Schall“.
Der israelische Nachrichtendienst Ynet behauptet unter Berufung auf Angaben des palästinensischen Erziehungsministeriums, der Weltbank und des bei Israel vorliegenden Bevölkerungsregisters, dass im Westjordanland nicht mehr als 1,5 Millionen Palästinenser und im Gazaastreifen nur 1,1 Millionen leben. Die vom statistischen Amt der Palästinenser angegebene Vermehrung der Palästinenser um 30 Prozent allein in den vergangenen zehn Jahren sei völlig falsch, schreibt Joram Ettinger bei Ynet. Nach Angaben des palästinensischen Erziehungsministeriums sei in diesem Zeitraum die Zahl der Erstklässler sogar um 8 Prozent zurückgegangen.
Die Volkszählung habe überhaupt nicht eine stark angestiegene Auswanderung von durchschnittlich 10.000 Palästinensern pro Jahr seit 1997 berücksichtigt, wie sie von der israelischen Grenzpolizei und europäischen Beobachtern (an der Grenze zwischen Gaza und Ägypten) registriert worden sei. Zwischen 2004 und 2006 sei die Emigration sogar von 12.000 auf 25.000 jährlich angestiegen.
Weder das Ergebnis der palästinensischen Volkszählung, das auch den offiziellen Listen wahlberechtigter Bürger der Autonomiebehörde widerspricht, noch die von Ynet veröffentlichten  israelischen Zahlen könnten letztlich als absolut zuverlässig gelten. Beide Seiten führen einen demographischen Krieg, wobei die Palästinenser mit übertriebenen Geburtenraten von 40 Prozent allein im Gazastreifen versuchen, umgehend für sich eine Bevölkerungsmehrheit im alten britischen Mandatsgebiet Palästina zu reklamieren, in dem heute der Staat Israel, die Autonomiegebiete und die besetzten Gebiete liegen. Umgekehrt bemüht sich die israelische Seite, eine stabile jüdische Bevölkerungsmehrheit zu demonstrieren. Daran sind vor Allem rechtsgerichtete Israelis, darunter auch Ettinger interessiert, um so einen weiteren Rückzug aus dem teilweise noch besetzten Westjordanland aus demographischen Erwägungen zu verhindern.
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