Tag der Einheit verschoben

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Jerusalem, 3. Oktober 2008 – In Nahost jagt ein Fest das Andere. Während die Moslems das Ende des Fastenmonats Ramadan mit dem Eid el Fitr begehen, haben die Juden in Israel gerade das Neujahrsfest Rosch Haschana (Kopf des Jahres) 5769 Jahre nach der Schöpfung der Welt innerhalb von 6 Tagen hinter sich. Jetzt bereiten sie sich auf den Versöhnungstag (Jom Kippur) vor, jenem Tag, an dem sie fasten und in weißen Totenkleidern zum Gebet in die Synagoge gegen. Der gesamte Straßenverkehr, sogar auf den Autobahnen, erlahmt von Mittwoch Abend bis Donnerstag Sonnenuntergang völlig. Radio und Fernsehen versenden nur einen Pfeifton.
Da passt es natürlich nicht, auch noch den Tag der deutschen Einheit mit einem großen Empfang auf dem Rasen der Botschafterresidenz zu begehen.
Klaus Burkhardt, der Leiter des Vertretungsbüros im palästinensischen Ramallah, was einem „Botschafter“ im noch nicht existenten Staat Palästina gleichkommt, verschickte kürzlich ein Rundschreiben: „Aufgrund des Fastenmonats Ramadan und insbesondere aufgrund des Eid Al Fitr-Festes wird das Vertretungsbüro der Bundesrepublik Deutschland in  Ramallah in diesem Jahr keinen Empfang zum Tag der Deutschen Einheit am  3. Oktober geben. Anstelle der traditionellen Veranstaltung werden wir für das „Al Amal“ Waisenhaus in Gaza ein Iftar ausrichten. Ich bin überzeugt, dass Sie Verständnis für diese Entscheidung haben.“
Großes Durcheinander gab es auch in diesem Jahr mit der Festlegung der Daten des Ramadan. Während sich die meisten nahöstlichen Länder an die Richtlinien der Geistlichen von Saudi Arabien orientieren, die Beginn und Ende des Fastenmonats festlegen, sowie sie die Sichel des Mondes sichten, gingen Ägypten und Syrien eigene Wege. Deren geistige Oberhäupter bemerkten die Mondsichel einen Tag später.
Botschafter Harald Kindermann in Tel Aviv, von ähnlichen Nöten wie sein Kollege auf der palästinensischen Seite geplagt, verlegte den 3. Oktober einfach auf den 28. Oktober. Er nutzt den Besuch des Leipziger Bürgermeisters, Burkhard Jung, um mit der deutschen Kolonie und meist hochrangigen Gästen aus Israel den Tag der Deutschen Einheit am Monatsende zu zelebrieren. 
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