Israelische Generale fallen Betrug zum Opfer

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Jerusalem, 6. Oktober 2008 – „Ich traue ihm“, sagt der frühere Mossadchef Efraim Halevi über den amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama. „Er ist eine imposante Figur“, fügt der vielgeachtete General Uzi Dayan hinzu. Eine ganze Riege israelischer Generalstabschefs, Geheimdienstler und Generäle bekundet in einem amerikanischen Wahlkampffilm ihre volle Unterstützung für Obama. So sollen die rund fünf Millionen jüdischen Wähler in den USA für den Kandidaten der Demokraten günstig gestimmt werden. Obama engagiere sich für die Sicherheit Israels und die erwähnten Generale, darunter auch der ehemalige Oberbefehlshaber Amnon Lipkin-Schahak und frühere General Amiram Mitzna, bestätigen die Ernsthaftigkeit des Kandidaten mit dem Mittelname „Hussein“. In israelischen Fernsehberichten wurde betont, dass die amerikanischen Juden zwar nur 2 Prozent der amerikanischen Wähler ausmachen, doch weil sie überwiegend in amerikanischen Schlüsselstaaten wie Florida leben, könnte ihre Stimme wegen des amerikanischen Wahlsystems entscheiden.
Inzwischen stellt sich heraus, dass all die Generale und Geheimdienstler, das Opfer eines ausgeklügelten Betrugs geworden sind. Uzi Dayan und Efraim Halevi bestätigten, für einen Film interviewt worden zu sein, den das „Jewish political action committee“ in Auftrag gegeben habe. „Was auf dem Schreibtisch des nächsten Präsidenten vorliegt“, sollte das Thema des Films sein. Die angesehenen israelischen Interviewpartner analysierten ausführlich das Dilemma um die Atombestrebungen des Iran und die komplizierte Sicherheitslage rund um Israel. Zwischendurch wurden sie auch gefragt, wen sie wählen würden, McCain oder Obama. Übereinstimmend sagten Halevi und Dayan am Montag morgen im israelischen Rundfunk, dass sie sich als israelische Bürger davor hüten würden, einen der beiden Kandidaten öffentlich zu bevorzugen. „Das wäre eine unlautere Einmischung in den amerikanischen Wahlkampf“, sagte Dayan. Aus den ausführlichen Interviews seien jeweils nur aus jeglichem Zusammenhang herausgeschnittene Einzelsätze von etwa 15 Sekunden verwendet worden.
„Ich habe in dem Interview auch gesagt, dass ich McCain vertraue“, sagte Halevi. „Und ich habe neben Obama auch McCain als imposante Persönlichkeit bezeichnet“, fügte Dayan hinzu. Beide fordern nun von der amerikanischen Produktionsfirma eine öffentliche Entschuldigung und erwarten, dass die stark verkürzten und deshalb verfälschenden Aussagen aus dem Wahlspot herausgeschnitten würden. Beide behalten sich auch ein rechtliches Vorgehen vor.
Link zu dem umstrittenen Film:
http://www.jcer.info/film
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