Wer hat welche Interessen

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Jerusalem, 28. Dezember 2008 – Israel: Der ständige Raketenbeschuss seiner Grenzstädte und die Terrorisierung seiner Bevölkerung ist auf Dauer nicht hinnehmbar. Nachdem die Hamas, aus Sicht Israels eine „Terrororganisation“, einen von Ägypten ausgehandelten befristeten Waffenstillstand aufgekündigt hat, bestand für Israel kein Grund mehr für weitere Zurückhaltung.
Ägypten: Kairo hat extrem angespannte Beziehungen zur Hamas, einem Ableger der ägyptischen Moslembrüder, die eine akute Gefahr für den Bestand des Regimes in Ägypten darstellen. Als führende arabische Macht kann Ägypten aber nicht gemeinsame Sache mit dem „Feind“ Israel gegen die in Gaza lebenden Araber machen.
Jordanien hat wie Ägypten mit Israel einen Friedensvertrag unterzeichnet. Das haschemitische Königshaus muss sich gegen eine große palästinensische Mehrheit in Jordanien behaupten. Demonstrationen von Moslembrüdern in Jordanien aus Solidarität mit der Hamas in Gaza bedrohen die Stabilität in Jordanien.
Die Autonomiebehörde in Ramallah führt mit Israel „Friedensgespräche“ und bekämpft mit allen Mitteln die Hamas im Gazastreifen, die mit einem blutigen Putsch die Macht in Gaza an sich gerissen und die Vertreter der Autonomiebehörde ermordet oder vertrieben hat. Gleichzeitig muss sich Präsident Mahmoud Abbas solidarisch mit den Palästinensern in Gaza zeigen und darf nicht als „Kollaborateur“ Israels dastehen.
Syrien stornierte die indirekten Friedensgespräche mit Israel unter türkischer Vermittlung. Syrien ist ein Verbündeter Irans und bietet dem Hamaschef Khaled Maschal in Damaskus Asyl.
Hamas herrscht im Gazastreifen, wird teilweise von Damaskus aus gelenkt, vom Iran aufgerüstet und setzt auf einen Solidarisierungseffekt in der arabischen Welt, indem allein die Hamas dem „zionistischen Feind“ die Stirn bietet.
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