Israelisches Massaker ?

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Jerusalem, 6. Januar 2009 – Die Zahl der Toten bei einem israelischen Angriff auf die Al Fahoura Schule im Flüchtlingslager Dschabalija, oder „in dessen Nähe“, liegt zwischen 3, 12, 30, 40 und 42. Als Quelle geben die Agenturen mal „Palästinenser“ oder den Chef der Rettungsdienste in Gaza, Mo’aweya Hassanein, an. Der Sprecher der UNWRA Flüchtlingshilfe Organisation, Chris Gunness, verurteilte schon die israelische Attacke und sprach von 3 toten Zivilisten bei dem Angriff auf die „deutlich als UNO Einrichtung gekennzeichnete Einrichtung“. Einer anderen Agentur sagte er, dass er keine Ahnung habe, wie viele Tote es gegeben habe, da er seine eigenen Mitarbeiter nicht erreichen könne. Ebenso widersprüchlich sind die Angaben der namentlich nicht genannten „Augenzeugen“, ob eine israelische Panzergranate oder aber eine vom Kampfflugzeug  abgeschossene Rakete die Schule getroffen habe, „in deren Nähe“ die Zivilisten getötet worden seien. In der Schule hätten 400 Palästinenser Zuflucht gesucht, nachdem sie ihre Häuser aus Angst vor den israelischen Angriffen geräumt hätten. Angeblich parken israelische Panzer in drei Kilometern Entfernung von der Schule außerhalb des Flüchtlingslagers. Vom Gelände der Schule oder „aus ihrer Nähe“, wiederum je nach Quelle, beschießen angeblich Hamaskämpfer die israelischen Panzer, woraufhin diese dann zurückgeschossen hätten.
Die Nachrichtenagenturen berichten inzwischen von mindestens drei Schulen in im Gazastreifen, in Khan Younis, Gaza und Dschabaliah. In jeder Schule hätten jeweils 400 Menschen Zuflucht gesucht, aber die Zahl der Opfer nach angeblichen israelischen Angriffen klaffen gemäß palästinensischen Angaben gewaltig auseinander, zwischen 3 Toten und 48.
Der israelische Militärsprecher hat nach einer „ersten noch unvollständigen“ Untersuchung des Vorfalls bei einer Schule im Norden des Gazastreifens festgestellt, dass „angeblich“ von der Schule aus israelische Truppen mit Mörsergranaten beschossen worden seien. Als israelische Panzer das Feuer erwiderten, sei die Schule „möglicherweise“ getroffen worden. Weiter erklärte der Militärsprecher, dass die Hamas in „zynischer Weise“ den Schutz ziviler Einrichtung nutze, um Israel zu beschießen. Im Oktober 2007 habe die Hamas vom Hof der gleichen Schule aus Raketen auf Israel abgefeuert. Das sei von einer Drohne gefilmt und später veröffentlicht worden. Der UNO-Generalsekretär hatte daraufhin die Hamas verurteilt, die Schule als Raketenstellung missbraucht zu haben.
Die Nachrichtenagenturen berichten inzwischen von mindestens drei Schulen in im Gazastreifen, in Khan Younis, Gaza und Dschabaliah. In jeder Schule hätten jeweils 400 Menschen Zuflucht gesucht aber die Zahl der Opfer nach angeblichen israelischen Angriffen klaffen gemäß palästinensischen Angaben gewaltig auseinander, zwischen 3 Toten und 48. Widersprüchlich sind auch Angaben zu Kämpfern der Hamas die angeblich von den Schulen aus israelische Panzer beschossen hätten. Augenzeugen widersprechen sich auch, indem sie mal behaupten, die Schulen seien von Flugzeugen oder aber von Panzergranaten getroffen worden.
Die israelischen Medien berichten ausführlich über den Vorfall, ebenfalls ohne auf zuverlässige Informationen zurückgreifen zu können. „Es besteht die Gefahr, dass die Hamas hier ihr Kana-Massaker konstruiert. Die israelische Armee muss alles tun, um das zu verhindern“, sagt Gal Berger, Radiokorrespondent für „palästinensische Angelegenheiten“. Kana steht für zwei „Massaker“ im gleichnamigen libanesischen Dorf. 1996, während der vom damaligen Ministerpräsidenten Schimon Peres befohlenen Operation „Früchte des Zorns“ hatte die israelische Artillerie Beschuss der Hisbollah erwidert. Die Hisbollah hatte ihre Stellung keine zehn Meter neben einem UNO-Hauptquartier einrichtet. In dem UNO-Lager hatten viele Dorfbewohner Zuflucht gesucht. Ein winziger Fehler in der Zieleinrichtung führte zu etwa 300 Toten im Lager, anstatt wenige Meter davon entfernt die Hisbollahstellung zu treffen. Israel musste deswegen auf internationalen Druck seine Operation abbrechen. Im Sommer 2006 gab es eine Explosion auf oder neben einem Haus, in dessen Keller über hundert Menschen Schutz gesucht hatten. Bis heute ist unklar, was genau passierte. Aus dem angeblich eingestürzten Keller holten die Retter aufrechten Ganges einen Toten nach dem anderen heraus und hielten sie in die Kameras. Die Agenturen überschlugen sich förmlich mit den Totenzahlen, 60, 70, 80.  Obgleich die wahre Totenzahl von 28 schon am ersten Tag bekannt war, lenkten die Agenturen erst eine Woche später ein, nachdem die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch eine eigene Untersuchung gemacht und die Namensliste der 28 Toten veröffentlicht hatte. So wurde Kana zu einem Symbolname in Nahost, und zu einem bewährten Mittel der Hisbollah und jetzt vielleicht der Hamas, Israel eine moralische wie politische Niederlage beizufügen.
Derweil berichtete die Militärkorrespondentin Carmela Menasche von einigen kleineren Zwischenfällen, die zu dem Dilemma der israelischen Soldaten betrügen. In einer Schule entdeckten sie eine versteckte Bombe in einem Klavier. Ein Palästinenser, als israelischer Soldat verkleidet, näherte sich in verdächtiger Weise einer Gruppe Soldaten. Als sie auf ihn schossen, explodierte der Mann mit der Jacke eines Selbstmordattentäters. Weiter berichtete sie von Hamaskämpfern, die Kinder vor sich hielten, um sich zu schützen und andere, die sich hinter Ambulanzen gehockt hätten, um von den Israelis nicht beschossen zu werden.
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