Kommentar: Neuer befristeter Waffenstillstand in Nahost

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Jerusalem, 13. Februar 2009 – Während manche schon glauben, dass in drei
Tagen der “Frieden” in Nahost ausbreche. Andere behaupten zurecht, dass der
nächste Krieg spätestens für August in anderthalb Jahren geplant sei. Es
geht nur um einen Waffenstillstand zwischen Hamas und Israel. Den haben die
Ägypter bei indirekten Verhandlungen angeblich vermittelt, da das
“zionistische Gebilde” (Israel) und die “islamistische Terrororganisation”
(Hamas) nicht miteinander reden. Bekanntlich ist ein “Waffenstillstand” in
Nahost eine sehr relative Angelegenheit. Die Erfahrung seit Juni 2008 lehrt,
dass die Hamas den Abschuss “selbstgebastelter” Kassamraketen nicht für
einen Bruch des Waffenstillstandes hält, da doch “legitimer Widerstand”
gegen Besatzer vom Völkerrecht abgedeckt sei. Und wenn die Israelis im
Gazastreifen das Buddeln eines Tunnels in Richtung Grenze bemerken, halten
sie das schon für einen vollendeten Angriff auf ihre Souveränität, auch wenn
noch kein weiterer Soldat von der Hamas gekidnappt wurde und es noch kein
Selbstmordattentäter durch den Tunnel in ein israelisches Einkaufszentrum
geschafft hat, um sich an “Zionisten” zu rächen.
Skepsis ist angebracht, zumal die Hamas den entführten israelischen Soldaten
Gilad Schalit weiterhin festhält und Israel nicht der Freilassung von 1000
Gefangenen zugestimmt hat, wie es die Hamas fordert. Israel hat ausgerechnet
gegen eine Freilassung der vier prominentesten Massenmörder ein Veto
eingelegt. Bis zu 66 Mal lebenslänglich erhielten die verurteilten Planer
der blutigsten Anschläge der letzten Jahre, auf das Parkhotel in Natanja
oder in Jerusalems Sbarro-Pizzeria.
Am bedenklichsten ist, dass die Ägypter – und damit  auch Israel – der
ideologisch bedingten Forderung der Hamas stattgeben, den Waffenstillstand
wieder zu befristen, weil die Hamas keine für die Ewigkeit bestimmten
Abkommen mit Israel akzeptieren kann. 18 Monate sind eine lange Zeit … zur
Vorbereitung auf den nächsten Waffengang.
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