„Schiffe versenken” nachgestellt

  • 0

Jerusalem, 15. Juli 2009 – Ein gesunkenes britisches Kriegsschiff mit einem besonders massiven Rumpf aus Eichenholz vor dem Hafen von Akko hat Wissenschaftlern der Universität Haifa viele Rätsel aufgegeben. In Rumpf des im Jahr 1799 gesunkenen Schiffes entdeckten Unterwasserarchäologen mehrere Kanonenkugeln. Möglicherweise handelte es sich um ein britisches Schiff, das die Briten selber am Eingang des Hafens von Akko versenkt hatten, um den Franzosen die Belagerung von Akko unter Napoleon zu erschweren. So Amir Gilat, der dazu eine Presseerklärung der Universität veröffentlichte.
Das gesunkene Schiff wurde 1966 entdeckt. Doch erst seit drei Jahren wird es intensiver erforscht, um zu erfahren, wem es gehörte, wann und warum es gesunken war. So stellte sich den Wissenschaftlern die Frage, ob die damaligen Kanonenkugeln die Kraft hatten, den massiven Bug aus Eichenholz zu durchbrechen. Ähnliche Forschungen wurden gelegentlich auch anderswo in der Welt durchgeführt, doch nur spärlich und ohne viele wissenschaftliche Ergebnisse, weil der Nachbau eines alten Schiffes sehr kostspielig sei.
Gemeinschaftlich glauben das Leon Recanati Institut für maritime Studien bei der Universität Haifa und der bekannte  israelische Rüstungsbetrieb Rafael das Rätsel gelöst zu haben. Fünf Exemplare des Schiffsrumpfes wurden im Maßstab 1:2 nachgebaut. Ebenso maßstabsgerecht produzierte Rafael eine Kanone und Metallkugeln, mit denen die hölzernen Schiffsrümpfe beschossen wurden. Die Geschwindigkeit der abgeschossenen Kugeln wurde mit 100 bis 500 Metern pro Sekunde genau bemessen. Dabei wurde festgestellt, dass der hölzerne  Rumpf nicht einmal der Kugel mit der geringsten Geschwindigkeit widerstand. Je langsamer die Kugel flog, desto mehr Energie musste vom Schiffsrumpf absorbiert werden. Das Holz zersplitterte und verursachte großen Schaden für die Besatzung. Nach Angaben der Forscher habe das Experiment „wichtige Einblicke” in die Geschichte des gesunkenen Schiffes und in den Ablauf der Seeschlachten vor 200 Jahren geboten.

  • 0

Leave a Reply