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  1. NN Felicia Langer spricht von «Schmutz-Kampagne» – Israel-Kritikerin wehrt sich: «Ich vergleiche Israel nicht mit den Nazis»
    NÜRNBERG – Im Streit um das Bundesverdienstkreuz für die Israel-Kritikerin Felicia Langer meldet sich die Geehrte jetzt selbst zu Wort. Sie spricht von einer «Schmutz-Kampagne» gegen ihre Person und drückt ihr Unverständnis über den Brief des Bundespräsidialamtes an Arno Hamburger aus.
    Wie mehrfach berichtet, hatte Hamburger, Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Nürnberg, aus Protest gegen Langers Auszeichnung seine beiden Bundesverdienstkreuze zurückgegeben. Sie betreibe eine maßlose «Hetze» gegen Israel, hatte er zur Begründung angegeben.
    Deutschen Orden für humanitäres Engagement
    Anfang der Woche bekam Hamburger einen Brief aus dem Bundespräsidialamt, in dem das Staatsoberhaupt sein tiefes Bedauern über die «Verwerfungen» zum Ausdruck gebracht hatte. Sie ließen sich jedoch nicht mehr rückgängig machen. Die Ehrung Langers habe Gefühle vieler Menschen verletzt.
    Zu diesem Brief sagte Langer nun gegenüber der Lokalredaktion: «Ich kann das nicht verstehen.» Bundespräsident Horst Köhler werde von ihren Gegnern regelrecht erpresst. Für sie sei letztlich aber nur von Bedeutung, dass sie den deutschen Orden für ihr humanitäres Engagement bekommen habe – «das bleibt, und das ist auch das Wichtigste».
    «Der Inbegriff von Gewalt»
    Nachdrücklich wehrt sich die 79-Jährige – sie ist selbst Jüdin – gegen den Vorwurf, sie vergleiche die Methoden Israels gegen die Palästinenser mit denen der Nazis gegen die Juden: «Das macht mein Mann, der den Holocaust überlebt hat, und mit dem ich darüber viel diskutiere, aber ich selbst tue das nicht.» Alles andere seien bösartige Verleumdungen und Lügen. Sie selbst steht zu der Aussage, dass der Staat Israel in den von ihm besetzten Gebieten ein «Regime der Apartheid» errichtet habe. Diese Besatzung sei «der Inbegriff von Gewalt». Sie provoziere die Gegengewalt der Palästinenser.
    «Ich verstehe die Reaktion der Araber zwar, ich rechtfertige sie aber nicht», betont Felicia Langer, «in jeder Veranstaltung äußere ich mich zum Beispiel gegen die Raketenangriffe der Palästinenser und verurteile Taten, bei denen Zivilisten verletzt oder gar getötet werden.»
    Keine Sympathien für Ahmadinedschad
    Völlig abwegig ist für sie auch der in die Welt gesetzte Verdacht, sie hege Sympathien für den iranischen Staatschef Ahmadinedschad, der sich mehrfach stark antisemitisch geäußert hatte. «Gott behüte, ich unterstütze ihn keineswegs. Manche seiner Äußerungen sind allerdings falsch übersetzt worden.
       

  2. Schon ein paar Tage alt, aber immer noch genauso UNGLAUBLICH  
    Igal Avidan schaffte es in der Israelischen Zeitung MA’ARIV ein absolut einseitiges Interview mit Felicia Langer zu plazieren. Das Interview ist nicht nur länger als jedes der Interviews aus Deutschen Medien; es ist auch noch wesentlich einseitiger (und die Deutsche Botschaft in Tel-Aviv hat es dankenswerter Weise in voller Länge ins Deutsche übersetzt). Besonders interessant sind Frau Langers Auslassung über die mächtige “Israelische Lobby”..
    MEDIENSPIEGEL DER DEUTSCHEN BOTSCHAFT IN TEL AVIV – Vom 27.07.2009
    Felicia Langer: MAA (Titelseite der politischen Beilage): Schießt zurück – Im Alter von 78 Jahren steht Felicia Langer, eine der ersten, die für die Menschenrechte der Palästinenser gekämpft hat, im Mittelpunkt eines neuen Skandals.
    Die jüdische Gemeinde in Berlin fordert aufgrund ihrer umstrittenen Standpunkte, ihr die Auszeichnung abzuerkennen, die ihr vom Bundespräsidenten verliehen wurde. Sie hat nicht vor, nachzugeben.
    Mit großem Bild Langers
    MAA (S. 4 b, Igal Avidan):
    Gibt nicht nach – Wie viele andere Leute, die die Politik Israels, vor allem die Besatzungspolitik, kritisieren, wurde auch die bekannte Menschenrechtsanwältin Felicia Langer oft als „Israelfeindin” oder „fünfte Kolonne” bezeichnet. Aber in Deutschland, wohin sie als Protest gegen das, was unter israelischer Souveränität geschieht, ausgewandert ist, behandelt und bezeichnet man sie ganz anders. Diesen Monat erhielt sie sogar das Bundesverdienstkreuz.
    Wie konnte eine so umstrittene Persönlichkeit wie Sie eine derart hohe Auszeichnung erhalten?
    „Meine Freundin Evelyn Hecht Galinski (die Tochter des ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, politische Aktivistin und scharfe Kritikerin Israels) schlug mich vor einem Jahr als Kandidatin für den Orden vor. Sie erinnerte daran, dass ich Schirmherrin einer bekannten deutschen Organisation in meinem Wohnort Tübingen bin, die Spenden für palästinensische Flüchtlingskinder im Libanon sammelt und sie zur Ablehnung von Gewalt erzieht. Aber ich habe nicht gedacht, dass ich den Orden erhalten werde, vor allem wegen des Drucks der israelischen Lobby, den man ja jetzt sieht.” Ja, auch in Deutschland werden jetzt israelische Stimmen laut, die sich gegen die Auszeichnung Langers aussprechen, aber es sieht so aus, als vermischten sie sich dort mit den konträren Meinungen, was ihren Einfluss schwächt.
    Zu Ihrem Glück wusste die israelische Lobby nichts von dem Orden.
    „Nun gut, niemand wusste bescheid, außer 30 Freunde und Verwandte, die ich zu der Zeremonie in Stuttgart eingeladen habe, darunter auch der Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer, der auch kam. Es war eine sehr schöne Feier, denn der Leiter des Büros des MP von Baden-Württemberg, Hubert Wicker, der mir den Orden verlieh, sagte einige sehr schöne Worte. Er dankte mir für meinen außergewöhnlichen Einsatz um die Menschenrechte und die Palästinenser, die unter Unterdrückung leiden, für mein humanitäres Lebenswerk und meinen entschlossenen Kampf für einen gerechten Frieden im Nahen Osten und den Bau von Brücken zwischen Israelis und Palästinensern. Solche Dinge hört man in Deutschland nur selten.” Als jedoch die Medien von der Sache erfuhren, brach das absolute Chaos aus.
    Schon seit einigen Tagen führen jüdische Organisationen, jüdische Zeitungen und Holocaustüberlebende eine große Medienkampagne und fordern, Langer die Auszeichnung abzuerkennen. Der Oberbürgermeister von Tübingen, der gegen diese Kampagne protestiert, sagt: „Schon seit einer Woche erhalte ich E-Mails, die mich mit Hitler vergleichen. Ich werde als Antisemit bezeichnet, der Israel vernichten will. Dieser Hass ist Teil einer Kampagne gegen alle, die an der Verleihung beteiligt waren, und ich hoffe, dass wir sie überstehen werden. Ich kenne Frau Langer persönlich und schätze ihren Einsatz um die Menschenrechte und Menschen in Not.” Als Teil der Protestwelle, von der Deutschland überschwemmt wird, legte auch der jüdische Schriftsteller Ralph Giordano scharfen Protest ein und drohte mit der Rückgabe seines eigenen Verdienstkreuzes. Er schrieb, niemand habe Israel in Deutschland mehr geschadet, als Felicia Langer. „Bei Ihnen sind die Israelis immer die Bösen, und die Palästinenser die Guten”, schrieb er.
    Was halten Sie von der Kritik, die Giordano an Ihnen geübt hat?
    „Um Gottes Willen! Israel ist doch ganz allein an der 42-jährigen Besatzung schuld. Es gibt hier keine Neben-Schuldigen. Ich verurteile jede Gewalt gegen Zivilisten, und entgegen der bösartigen Veröffentlichungen habe ich niemals palästinensische Terroristen verteidigt, die Zivilisten angegriffen haben.” 
     
    Haben sich deutsche Stellen mit der Bitte an Sie gewandt, den Orden zurückzugeben?
    „Ach wo. Sie wissen doch, wer ich bin, und sie haben mir den Orden aus tiefer Überzeugung verliehen. Auch wenn sich jemand an mich wenden sollte- ich beabsichtige auf keinen Fall, nachzugeben.” Langer hat Terroristen, die Anschläge gegen Zivilisten verübt haben, zwar nicht verteidigt, aber sie war eine der ersten, die Palästinensern juristischen Beistand geleistet und sie verteidigt hat. Der Wendepunkt in ihrem Leben war der Sechs-Tage-Krieg. Damals begann sie, Palästinenser in Militärgerichten zu verteidigen und schrieb auch zwei Bücher zu dem Thema, die in viele Sprachen übersetzt wurden.
    Es gibt Leute, denen es schwer fällt, zwischen einem Soldaten und einem Zivilisten zu differenzieren.
    „Es gibt jedoch einen Unterschied. Ich lehne Gewalt an sich ab, da die Besatzung jedoch so brutal ist- Folter, Beschlagnahme von Grundstücken, Abriss von Häusernentsteht gewalttätiger Widerstand. Die Besatzung ist die Wurzel allen Übels. Das internationale Recht ermöglicht es einem Volk unter Besatzung, sich mit Gewalt zu verteidigen, ohne dabei Zivilisten zu schädigen. Man kann ihnen das Recht auf Gewalt gegen Soldaten und bewaffnete Zivilisten nicht entziehen.” Langer (78) wurde in Polen geboren und kam mit ihrem Mann im Jahr 1950 nach Israel.
    23 Jahre lang vertrat sie Palästinenser, bis sie im Jahr 1990 des israelischen Justizsystems überdrüssig wurde, ihr Büro zumachte und nach Deutschland auswanderte. Der jetzige Orden ist nicht die einzige Auszeichnung, die sie für ihr umstrittenes Lebenswerk erhielt. Für ihre öffentliche Arbeit erhielt sie vor ca. 20 Jahren den „alternativen Nobelpreis”, und vor 10 Jahren wurde sie von der Frauenzeitschrift „At” zu einer der 50 einflussreichsten israelischen Frauen gewählt.
    „Felicia Langer war die erste, die beim Obersten Gericht eine Eingabe gegen Folter einreichte, in einer Zeit, in der in Israel dieses Wort noch nicht einmal in den Mund genommen wurde”, sagt Ruchama Marton, Gründerin und Präsidentin des Vereins Ärzte für Menschenrechte. „Heute gibt es viele Aktivisten auf dem Bereich, aber damals war sie die einzige.” 
     
    Haben Sie das Gefühl, etwas verändert zu haben?
    Langer: „Ich wollte ihnen zeigen, dass man auf juristischem Weg, ohne Gewalt, kämpfen kann. Aber leider war ich nicht sehr erfolgreich, mit Ausnahme einiger Verzögerungen beim Abriss von Häusern. Ich hatte keinen Erfolg mit Argumenten des internationalen Rechts oder bei der Anwendung der Genfer Konvention auf die Gebiete, die Siedlungen verbietet. Die ganze Welt mit Ausnahme Israels wertet die Siedlungen als besetzte Gebiete. Meine Eingabe beim Obersten Gericht gegen Folter im Jahr 1974 scheiterte. Sie kam erst 30 Jahre später durch, und auch nur dem Schein nach, denn die Folter dauert an. Der Erfolg liegt vor allem im Recht der Palästinenser auf öffentlichen Kampf. Im Jahr 1979 gelang es mir, die Ausweisung des Bürgermeisters von Nablus zu verhindern. 1980 legten jüdische Terroristen eine Bombe unter seinem Auto, und er verlor seine Beine. Ich sagte zu ihm ‚Jetzt tut es mir leid, dass ich Erfolg hatte. Zumindest wären Sie mit Ihren Beinen ausgewiesen worden’. Er antwortete: ‚Mir ist es lieber, ohne Beine in meiner Heimat zu leben’.” 
     
    Sie sagten im iranischen Rundfunk, die Aktion „Gegossenes Blei” sei illegal gewesen. Glauben Sie wirklich, dass Israel nicht angegriffen wird, dass es kein Recht hat, sich zu verteidigen?
    „Zivilisten dürfen nicht getötet werden, weder von Israel noch von den Palästinensern.
    Nicht einmal Tiere im Käfig dürfen getötet werden, und Gaza ist ein Käfig, und dort wurden Menschen getötet, die nicht fliehen konnten. Das internationale Recht verbietet Militäraktionen in Gaza, denn es kann nicht garantiert werden, dass keine unschuldige Menschen zu Schaden kommen. Israel garantierte nicht einmal das.” Langer hat Israel verlassen, zögert jedoch nicht, es bei jeder Gelegenheit anzugreifen.
    20 Jahre Deutschland schafften es jedoch nicht, ihr primäres Zugehörigkeitsgefühl zu dämpfen, das gegen alles immun ist, das jede noch so rationale und gut formulierte Ablehnung überkommt. Wenn sie von Israel spricht, dann immer in erster Person Plural „Wir”. „Natürlich fühle ich mich als Israelin”, sagt sie. „Obwohl ich seit einigen Monaten auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitze”.
    Gibt es in Israel irgendetwas, mit dem Sie zufrieden sind?
    „Es fällt mir schwer mich zu erinnern, wann ich zum letzten Mal stolz auf Israel war.
    Vielleicht beim Auftritt einer israelischen und einer arabischen Sängerin bei der Eurovision. Es gibt verschiedene schöne Aspekte, aber sie sind alle gegen die offizielle Politik Israels. Bei allen meinen Auftritten in Deutschland erinnere ich an die Friedensorganisationen, wie die Frauen an den Checkpoints, Gush Shalom, Ärzte für Menschenrechte, Rabbiner für Menschenrechte, das israelische Komitee gegen den Häuserabriss, ‚Breaking the Silence’ und mehr. Das sind die Organisationen, die uns große Ehre machen.” 
     
    Was sagen Sie zu denen, die Ihnen Israel-Hass vorwerfen?
    „Ich weiß gar nicht, was Hass ist. Die Liebe hat mich nie verlassen. Mein Bedauern mit den Menschen veranlasste mich dazu, in den Gebieten zu arbeiten. Mein Israel ist das Israel, das den Frieden will, mit den Palästinensern spricht und versteht, dass die Flüchtlinge für das Unrecht entschädigt werden müssen, das ihnen widerfahren ist, und das Rückkehrrecht anerkannt werden muss. Was die Rückkehr an sich betrifft, dafür kann sicherlich ein Kompromiss gefunden werden.” 
     
    Und wenn Millionen Palästinenser beschließen, zurückzukommen, um Israel in einen arabischen Staat zu machen?
    „Das ist nicht aktuell. Aber auch wenn viele zurückkommen wollen, können wir mit ihnen zusammen leben. Darüber kann in Verhandlungen beraten werden.” 
     
    Man sagt, Sie würden Vergleiche zwischen Israel und Nazideutschland aufstellen”.
    „Das ist eine gemeine Lüge. Mein Mann ist Holocaustüberlebender, alle meine Verwandten wurden von den Nazis getötet. Ich habe niemals einen derartigen Vergleich gezogen!” 
     
    Was planen Sie für die nächsten Jahre?
    „Ich werde weiter Vorträge halten und Bücher schreiben. Ich würde gerne sehen, dass Mauern fallen, wie die in Berlin, und dass Israel und Palästina in Frieden nebeneinander leben. Ich befürchte jedoch, dass ich das nicht erleben werde.
    Aber vielleicht meine Enkel.”
    Mit Bild vom Ehepaar Langer, Hubert Wicker und Oberbürgermeister Palmer 

  3. HGPIZur Friedensdemonstration der Mainzer Initiative für Frieden in Gaza – Offener Brief an Horst Köhler zur Verleihung des Bundesverdienstkreuz’ an Felicia Langer
    Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
    wir wenden uns direkt an Sie, da im Zusammenhang mit Ihrer Entscheidung, Frau Felicia Langer das Bundesverdienstkreuz zu verleihen, vereinzelt Kritik laut geworden ist.
    Wir wollen Ihnen demgegenüber unsere große Zufriedenheit angesichts Ihrer Entscheidung ausdrücken. Wir, die Mitglieder der Hochschulgruppe für gerechten Frieden in Palästina und Israel an der Mainzer Universität, halten Ihre Entscheidung für richtig, da wir der Ansicht sind, dass sich Frau Langer diese hohe Würdigung durch ihr einzigartiges Lebenswerk verdient hat.
    Sie hat sich stets gegen Gewaltausübung im Nahen Osten ausgesprochen und die Menschenrechte in den Mittelpunkt gestellt. Diese schützen alle Menschen gleichermaßen und kommen nicht etwa einer einzelnen Gruppe weniger zu als anderen. Dennoch wird es in Deutschland oft seltsam still, wenn es um die Menschenrechte von Palästinensern geht. In solchen Momenten war es oft Felicia Langer, die mutig Stellung bezog und das Schweigen durchbrach – mit einer Zivilcourage und Konsequenz, die, wie wir denken, Respekt verdienen.
    Die Würde des Menschen ist unantastbar – so lauten die ersten Artikel unseres Grundgesetztes und der EU-Grundrechtecharta. Aber ist sie wirklich unantastbar? Kann es nicht zum Beispiel aus Sicherheitserwägungen oder vor einem speziellen historischen Hintergrund doch gerechtfertigt sein, die Menschenwürde anzutasten? Die Antwort lautet: Nein, auch dann nicht! Die Menschenwürde als fundamentales Grundrecht duldet keine Einschränkungen oder Ausnahmen, wie Felicia Langers Kritiker nahelegen. Frau Langer selbst hat hieran nie einen Zweifel aufkommen lassen, da sie als Anwältin misshandelter Häftlinge aus eigener Anschauung wusste, wohin es führen kann, wenn man an der falschen Stelle „differenziert”.
    Frau Langer hat als jüdisch-israelische Anwältin palästinensischer Rechte eine wichtige Brücke zwischen den Konfliktparteien geschlagen, die ihre besondere Tragfähigkeit aus der Glaubwürdigkeit bezieht. Dabei stellt sie die Verbindung über die Geltung der Menschenrechte her, die für alle, Israelis und Palästinenser, für Juden, Moslems und Christen in der Region in gleicher Weise gelten. Mit ihren Forderungen hat sie die Interessen beider Seiten im Blick – eine Perspektive, durch die sie sich von ihren Kritikern abhebt. Dadurch hat Frau Langer Bewegung in die Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern und Deutschen gebracht.
    Wir von der Hochschulgruppe für gerechten Frieden in Palästina und Israel an der Universität Mainz versuchen im kleinen Rahmen das gleiche: auf das Verbindende hinzuweisen und uns für eine gerechte Lösung des Nahostkonflikts einzusetzen. Dabei sind es Menschen wie Frau Langer, die uns in unserem ehrenamtlichen Engagement Mut machen. Frau Langer hat sich ein Leben lang für Menschen eingesetzt, die entrechtet, enteignet, entwürdigt, gefoltert wurden. Es ist ein gutes, überaus wichtiges Zeichen, dass dieses selbstlose Engagement von höchster Stelle honoriert wird.
    Mit den besten Grüßen
    Die Mitglieder der Hochschulgruppe für gerechten Frieden in Palästina und Israel an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

    1. Typisch Rolf Verleger… 
      Ich habe mal eine grundsätzliche Frage: Es gibt hunderttausende und vielleicht sogar Millionen Auslandsdeutsche in Amerika und un vielen anderen Ländern der Welt. Je nach Geographie und zweiter Identität mit ihrem Gastland dürften die durchaus nicht immer mit der offiziellen Politik der Bundesrepublik übereinstimmen, sei es Deutsche in Polen, Wolgadeutsche, Deutsche in arabischen Längern, Südamerika oder sonstwo.   
    2. Wieso hört man eigentlich die deren Stimme, und wieso scheint es nur bei Juden wie Langer, Verleger, usw von Bedeutung zu sein, dass die Isrel und kein anderes Land kritisieren.
    3. Was sagen zum Beispiel die Deutschen im Iran zu dem Atompolitik, was sagen die Deutschen in den USA zu Obama, in Moskau zu Putin und Medwew. Was sagen auslandsrussen zu Putin und dessen Politik, warum ist das alles unwichtig?  (T.S.)  
      NEUES DEUTSCHLAND Israel zu einer Position der Verantwortlichkeit bringen – Von Rolf Verleger
      In der jüdischen Gemeinschaft gibt es zu der oben gestellten Frage mindestens zwei Sichtweisen.


    1. Aus einer Position der Verantwortung ist es unsere Pflicht, Kritik zu äußern, wenn israelische Politik gegen ethische Gebote verstößt. Diese Position interpretiert die jüdische Tradition, Gottes auserwähltes Volk zu sein, als eine Verpflichtung: Vorbild für ethisches Handeln zu sein, die Menschenrechte universell zu achten und durch unser Handeln den Zustand der Welt zu verbessern. In Deutschland standen für diese Tradition Moses Mendelssohn, Martin Buber, Leo Baeck. 
      In der Tat: Wie sind die folgenden Punkte ethisch zu verantworten?
       
    1. Vertreibung: 700 000 Palästinenser wurden 1948 mit Gewalt und Drohungen aus Israel vertrieben
    • Enteignung: Grundbesitz und beweglicher Besitz dieser Vertriebenen wurde vom israelischen Staat beschlagnahmt.
    • Verdrängung: Seit der Besetzung 1967 baut Israel im Westjordanland Straßen und Städte (»Siedlungen«) für nun ca. 400 000 Israelis – für Palästinenser gesperrt.
    • Missachtung: Die israelische Seite boykottiert seit Jahrzehnten die Vertretung der Palästinenser, aktuell die aus freien, allgemeinen und geheimen Wahlen von der Hamas gebildete Autonomiebehörde.
    • Einkesselung: Israel verhindert gewaltsam freien Personen- und Güterverkehr aus und in den Gazastreifen; der Verkehr im Westjordanland, ein Gebiet drei Mal kleiner als Thüringen, quält sich durch über 600 Straßensperren.
    • Verstoß gegen Recht und Gesetz: Israel ignoriert ein Gutachten des internationalen Gerichtshofs und ein Urteil des israelischen obersten Gerichts über die Sperrmauer, die die Bewohner des Dorfes Bil’in von ihren Feldern trennt; friedliche Gegendemonstrationen werden gewaltsam unterdrückt.
    • Gefangennahme: Tausende Palästinenser sind ohne rechtliche Anhörung in israelischen Gefängnissen interniert.
    • Tötung: Im letzten Feldzug gegen Gaza wurden 1400 Menschen umgebracht.
    1. Aus einer Perspektive der Verantwortung beschädigt die Rechtfertigung all dieser Maßnahmen das Judentum in seiner Substanz. Daher müssen diese Maßnahmen kritisiert werden.
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