Kanaanäer wollten wie Europäer sein

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Jerusalem, 9. November 2009 – In der Levante lebende Kanaanäer empfanden sich als Europäer. Das sagte  Dr. Assaf Yasur-Landau von der Haifa Universität, nach der Entdeckung einer Freske im minoischen Stil bei Ausgrabungen in Tel Kabri im Norden Israels nahe Naharija. Die Kanaanäer lebten in der mittleren Bronzezeit (2000-1500 vor Christi) im Heiligen Land, in der Bibel auch „Land Kanaan“ genannt. Kabri ist die einzige kanaanäische Stadt, die verlassen wurde, ohne dass jemals in späterer Zeit eine neue Stadt darüber gebaut worden wäre.
Der rund 1,5 Hektar große Palast, in dem die  Wandmalereien im minoischen Stil mit blauem Hintergrund entdeckt worden sind, sei der einzige vollständig erhaltene Palast aus dieser Periode, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität von Haifa.
Ausgrabungen in Hazor und anderen kanaanäischen Städten hätten Skulpturen im mesopotamischen oder syrischen Stil hervorgebracht. Der Palast in Kabri jedoch habe sich ganz nach den europäischen Minoern gerichtet. „Das war ein offensichtlicher Beschluss dieser Levantiner, sich nach Westen zu wenden, und nicht in Richtung Orient“, sagte Yasur-Landau. Während die Bewohner von Hazor Handelsbeziehungen mit den Völkern im Osten gepflegt hätten, seien den Bewohnern von Kabri die Anwohner des Mittelmeeres näher gestanden.
Die Ausgrabungen hätten ergeben, dass vor über 3000 Jahren Privatland enteignet worden sei, um darauf den Palast zu errichten. Ein schon damals versiegelter Korridor mit zahlreichen Krügen und Gefäßen sei nach Angaben der Universität gefunden worden. Die Forscher hätten in dem Korridor viele Tierknochen und sogar in manchen Krügen „unbekannte Substanzen“ gefunden. Die Substanzen sollen in Labors untersucht werden, um zu erfahren, welche Speisen bei den Kanaanäern beliebt waren.

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