Peres wird über seinen Großvater reden

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Jerusalem, 22. Januar 2010 – Der israelische Staatspräsident Schimon Peres wird in der kommenden Woche am internationalen Holocausttag vor dem Bundestag ausführlich an seinen Großvater Zvi Meltzer erinnern. Das berichtete vorab die Zeitung Jedijot Achronot.
Peres selber ist mit seinen Eltern schon in den dreißiger Jahren ins damalige britische Mandatsgebiet Palästina ausgewandert. Doch nach dem Weltkrieg erfuhr er noch als junger Mann, was am 30. August 1942 in seinem Geburtsort Vishniova, nahe Volozin, passierte. Die Nazis trieben alle Juden aus der Ortschaft und weiteren Orten in der Umgebung in die Synagoge. Sie schütteten Benzin auf die hölzernen Wände des Gotteshauses und verbrannten so die darin gedrängten Juden. Weitere Juden, die sie noch fanden, wurden erschossen. Peres habe die Geschichte seines im tiefen Gebet versunkenen und lebendigen Leibes verbrannten Großvaters schon vor über 60 Jahren gehört. Seitdem verfolgen ihn diese Bilder wie ein Albtraum.
Peres spricht nur sehr selten über seine persönliche Vergangenheit oder über den Holocaust. Dennoch eröffnete er mit dieser Geschichte seine Rede am 16. Juli 2007, als er in der Knesset feierlich als neuer Staatspräsident Israels vereidigt wurde:  „Vor fünfzehn Jahren fuhr ich nach Vishniova, nahe Volozin, meinem Geburtsort, eine israelische Krippe auf fremder Erde. Das ganze Dorf war durch Feuer zerstört worden. Ich stand mit Tränen in den Augen neben einem Steinhaufen über einem Massengrab der letzten Juden, die zur hölzernen Synagoge geführt und lebendig verbrannt worden sind. Sie trugen ihre Gebetsmäntel über ihren Schultern und an ihrer Spitze stand Rabbi Zvi Meltzer, mein Großvater, seligen Andenkens.“
Jedijot Achronot veröffentlichte am Freitag ein altes Familienfoto asus Polen,  auf dem sein Großvater und der kleine Junge Schimon zu sehen ist.

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