Ali Khamenei und die Terrororganisation Fada’yane Islam

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Ali Khamenei und die Terrororganisation Fada’yane Islam

 
Wahied Wahdat-Hagh von Wahied Wahdat-Hagh, Kolumnist für WELT DEBATTE
 
 

Der iranische Revolutionsführer Khamenei erinnert sich mit Begeisterung an Navab Safavi, den Führer einer terroristischen Organisation in den 50er Jahren im Iran. Dieser hatte die Errichtung einer islamischen Herrschaft im Iran gefordert. Safavi ist seit 30 Jahren ein Held der „Islamischen Republik Iran”. Heute fordern Ali Khamenei und Mahmud Ahmadinedschad mit demselben Argument die Zerstörung Israels

Navab Safavi gründete die Terrororganisation der Fada’yane Islam, „Opfer des Islam”, im Jahre 1945. Viel wurde über die Ähnlichkeit der Vorstellungen dieser Terrororganisation mit denen von Ayatollah Khomeini geschrieben.

Am 3. Januar 2010 veröffentlichte die iranische Agentur Farsnews einen Artikel über die Sympathien des iranischen Revolutionsführers Ali Khamenei mit der terroristischen Bewegung der Fada’yane Islam.

Khamenei wird wie folgt zitiert: „Es muss gesagt werden, dass die ersten Funken für die islamische Revolution durch Navab in mir erzeugt worden sind.” Khamenei soll hinzugefügt haben, dass er keinen Zweifel hege, dass Navab Safavi das „erste Feuer in unseren Herzen” entzündet hat.

Khamenei trifft Navab Safavi in Maschhad

Khamenei erzählt, er habe Navab Safavi zum ersten Mal in Maschhad getroffen. Der Revolutionsführer erinnert sich heute nicht genau an das Datum, entweder 1952 oder 1953 sei es gewesen. Khamenei sei damals ein Schüler der Soleyman Khan Madresse gewesen. Der Tag, an dem Navab Safavi die religiöse Schule besucht habe, sei einer der unvergesslichen Tage im Leben des Revolutionsführers.

Khamenei erzählt, dass er von Navab Safavi begeistert war. Als Navab Safavi seine Rede hielt, habe er sich durch die Menge gekämpft und habe ganz vorne Platz genommen. Navab Safavi habe gegen den damaligen Schah und gegen die Briten geschimpft und Parolen ausgegeben. Seine Hauptargumente fasst Ali Khamenei mit folgenden Worten zusammen: „Die Essenz seiner Rede war, dass der Islam wieder belebt werden muss. Islam muss herrschen.” Dabei seien die Machthaber des Schahregimes „Lügner.” Diese seien keine Muslime. Khamenei gesteht, dass er damals das Gefühl hatte, immer mit Navab Safavi zusammen sein zu wollen.

Islamische Herrschaft

Etwa 100 Personen sollen der Rede des Terroristenchefs, eines iranischen Vorläufers von Bin Laden, zugehört haben. In der Pause sei Zitronensaft ausgeschenkt worden. Als Khamenei an die Reihe gekommen sei, habe einer der Begleiter von Navab Safavi, der den Zuhörern den Saft anbot, Ali Khamenei, dem gegenwärtigen iranischen Revolutionsführer gesagt: „Trink, so Gott will, wird jeder, der diesen Saft trinkt, den Märtyrertod sterben.”

Am darauf folgenden Tag habe Navab Safavi erneut in einer anderen religiösen Schule in Maschhad gesprochen. Erneut sei er, Ali Khamenei, dorthin gegangen, um Navab Safavi aus nächster Nähe zu erleben. Erneut habe Safavi immer wieder betont: „Wir müssen eine islamische Herrschaft errichten. Muslimischer Bruder! Ehrenvoller Bruder! Islam muss herrschen.”

Keine Krawatte und keine Hüte

Wenn Navab Safavi unter den Zuhörern einen Mann mit einer Krawatte sah, sprach er ihn an und sagte: „Die Fremden haben dieses Band um unseren Hals gewunden. Bruder öffne es.”
Zu Männern, die französische Hüte trugen, sagte Navab Safavi: „Die Fremden haben uns einen solchen Hut auf den Kopf gesetzt. Bruder nimm den Hut ab.”

Ali Khamenei erinnert sich, dass die Männer, die in die Nähe von Navab Safavi kamen, ihre Hüte abnahmen und diese in den Händen zerknitterten und in ihre Taschen steckten. Khamenei meint Navab Safavi sei „heiß”, wie „Feuer” gewesen.

Khamenei erinnert sich auch daran, dass rund zwei Jahre nach seinem Treffen mit Navab Safavi, dieser hingerichtet worden sei. Khamenei bemängelt, dass im Jahr 1955 nur der in Maschhad lebende Kleriker, Scheich Haschem Qaswini, die Hinrichtung von Navab Safavi und das Schahregime kritisiert habe. Der heutige Revolutionsführer erinnert sich auch, dass er damals als Schüler gemeinsam mit einigen anderen Anhängern von Navab Safavi Flugblätter geschrieben habe und diese in einem Paket an verschiedene Personen verschickt habe.

Khamenei spricht von der Vernichtung Israels

In seiner Funktion als Revolutionsführer des Iran schreibt Ayatollah Khamenei keine handschriftlichen Flugblätter mehr. Er ist aber konsequent geblieben, denn er verfolgt nach wie vor das Ziel der Errichtung einer islamischen Herrschaft, zunächst in der gesamten islamischen Welt, so wie es in der Verfassung der „Islamischen Republik Iran” steht.

Deswegen erkennen die Machthaber der „Islamischen Republik” auch nicht den Staat Israel an. Denn sie verfolgen eine islamische Herrschaft überall in der islamischen Welt.

Wie Farsnews berichtete, sagte Ali Khamenei in einem Gespräch mit dem mauretanischen Präsidenten Mohammad Abdel Aziz am 26.1.2010: „Sicherlich wird der Tag kommen, an dem die Völker der Region Zeugen der Vernichtung (Nabudi) des zionistischen Regimes sein werden. Wie nah oder wie entfernt ein solcher Tag sein wird, hängt vom Handeln der islamischen Staaten und der muslimischen Völker ab.”

Khamenei meinte, dass „das zionistische Regime eine große Gefahr für die islamische Welt” sei.

Maschai unterscheidet zwischen Staatsvolk und der Bevölkerung

Esfandiar Rahim Maschai, Büroleiter des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad, war vor wenigen Monaten ins Kreuzfeuer der Kritik seiner khomeinistischen Rivalen geraten, als er angeblich ein Wort für die Israelis einlegte. Wie Farsnews ihn am 27.1.2010 zitierte, hob Maschai hervor, dass er stets gesagt habe, dass die „Islamische Republik Iran” freundschaftliche Beziehungen zu allen Menschen der Welt befürworte. In dem Zusammenhang habe er von den Menschen, von der Bevölkerung (Mardom) in Israel und in den USA gesprochen. Er sei für eine „freundschaftliche Position gegenüber der Bevölkerung der Welt.”

Maschai beteuert, dass er aber nicht von Mellat (Staatsvolk, Nation) gesprochen habe. Denn in der politischen Literatur unterscheide man zwischen den Begriffen Bevölkerung und Staatsvolk.
Er hob hervor, dass er nicht von einer Freundschaft mit Israel gesprochen habe.

Wer hätte auch etwas anderes von dem Büroleiter des iranischen Präsidenten erwartet, der permanent den „Tod Israels” herbeiwünscht und am 26.10.2005 gesagt hat: „Wie unser liebenswürdiger Imam (Khomeini) gesagt hat, muss dieses Jerusalem besetzende Regime aus den Annalen der Geschichte getilgt werden.” Ein solcher Satz sei sehr weise, betonte der iranische Präsident. Dann fügte er hinzu: „Das Problem Palästinas ist kein Problem, mit dem wir uns nur teilweise versöhnen können.”

Er fügte hinzu: „Ist es denn möglich, dass eine Front die Möglichkeit erlaubt, dass in deren Herzen eine andere Macht entsteht? Dies würde eine Niederlage bedeuten. Wer auch immer die Existenz dieses Regimes anerkennt, hat in Wirklichkeit die Niederlage der islamischen Welt unterzeichnet.” Ahmadinedschad fuhr dann fort, dass sehr bald dieser „schändliche Fleck vom Schoße der islamischen Welt gesäubert werden wird und das ist machbar.”

 
 
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