Toter bei Raketenangriff auf Israel und Jordanien

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Jerusalem, 2. August 2010 – In Akaba und Eilat, der jordanischen und israelischen Hafenstadt am Roten Meer, sind am Montag Morgen bis zu acht Raketen eingeschlagen. Sechs Jordanier, darunter Taxifahrer, ein Touristenpolizist, Arbeiter und zwei Sicherheitsleute des Intercontinental-Hotels in Akaba wurden verletzt. Ein Jordanier erlag seinen Verletzungen.
Es handelt sich nach Einschätzungen israelischer Sicherheitskreise um „Grad“-Raketen iranischer Bauart. Diese Raketen haben eine Reichweite von 20 Kilometern und tragen 6 Kilo Sprengstoff ins Ziel. Während mehrere Raketen in einem freien Gelände nördlich der israelischen Stadt Eilat eingeschlagen sind, Rauchwolken gesehen und Explosionen gehört worden sind, explodierten zwei Raketen auf der Straße vor dem Intercontinental Hotels. Zwei Taxis seien ausgebrannt. Ägyptische Sicherheitskreise dementierten, dass die Raketen vom Sinai aus abgeschossen wurden. „Das ist unmöglich, weil ägyptische Grenzpolizei massiv in der Gegend präsent ist“, sagte ein Sicherheitsbeamte. Die Jordanier reden nicht über die Herkunft der Raketen, um die Ägypter nicht in Verlegenheit zu bringen. „Wir dürfen nicht mit der Presse reden“, sagte eine Empfangsdame in dem Hotel, nahe dem die Raketen eingeschlagen sind. „An jeder Straßenecke stehen jetzt jordanische Soldaten und Polizisten“, erzählt Samo Samorai, der Koordinator gemeinsamer Projekte von Eilat in der jordanischen Stadt Akaba. Er habe die Verletzten im Krankenhaus besucht. „Sie haben teilweise Splitter am ganzen Körper, wegen der Metallkugeln, die dem Sprengstoff beigemischt worden sind, um die tödliche Wirkung der Raketen zu erhöhen.“ Solche mit Kugeln bestückte Raketen hatte die Hisbollah im Libanonkrieg 2006 auf israelische Städte wie Haifa abgeschossen. Sie haben die Wirkung von Streubomben. Samorai hat auch die Reste einer der im Straßenbelag vor dem Hotel steckenden Rakete gesehen: „ Die sah wie eine 122 Millimeter aus“, sagte er und meinte die ursprünglich in Russland erfundenen „Stalinorgeln“, die bis heute im Iran und anderswo konstruiert werden.
Die Israelis vermuten, dass der „internationale Dschihad“ hinter dem Raketenangriff steckt. „Wir müssen herausfinden, wer genau dahinter steckt, um dessen Motivation zu verstehen“, erklärte Amos Gilad, Leiter der politischen Abteilung des israelischen Verteidigungsministeriums. Er warnte vor pauschalen Verdächtigungen und bestätigte, dass Ägypten „aus eigenem Interesse“ gegen Terrorkader auf der Sinaihalbinsel vorgehe. In der Vergangenheit hat es mehrere tödliche Terroranschläge auf Sinai gegeben, so gegen das bei Israelis beliebte Hotel in Taba, in Scharm A Scheich und anderswo.
Trotz des ägyptischen Dementis sucht die ägyptische Polizei in Kooperationen mit der MFO (Multinational Forces of Observers) nach den Abschussrampen und den Tätern. Die Internationale Beobachtertruppe wurde 1982 geschaffen, nachdem die UNO sich weigerte, den Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel anzuerkennen und deshalb keine UNO-Beobachter zu schicken, um die Entmilitarisierungszonen beiderseits der Grenze zu kontrollieren. Auch in Jordanien wird gemeinsam mit israelischen Sicherheitskräften nach möglichen Abschussrampen gesucht.
In der Vergangenheit kam es vereinzelt zu Raketenangriffen im Vierländereck Saudi Arabien, Jordanien, Israel und Ägypten am Nordende des Roten Meeres. Einmal galten die Raketen amerikanischen Kriegschiffen im Hafen von Akaba.
So lange unbekannt ist, welche Gruppe die Raketen abgeschossen hat, lässt sich nicht feststellen, ob sie Jordanien oder Israel gegolten haben und mit welcher politischer oder terroristischer Absicht.

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