St. Georgs Kloster wieder zugänglich

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Jerusalem, 30. November 2010 – Das am Felsen der tiefen Schlucht des Wadi Kelt hängende griechisch-orthodoxe Kloster des Heiligen Georg von Khoziba zwischen Jerusalem und Jericho ist dank einer neuen Straße wieder zugänglich. Sturzfluten, angeschwemmtes Geröll und ein Erdbeben hatten vor drei Jahren die alte Zugangsstraße zu dem Kloster nahe Jericho in der judäischen Wüste zerstört. Pilger und Touristen konnten seitdem nur unter großen Mühen das Kloster aus dem fünften Jahrhundert besichtigen. Das israelische Tourismusministerium und die sogenannte Zivilverwaltung im besetzten Gebiet haben den Neubau der Straße mitsamt Leitplanken und Abwasserrohren mit 400.000 Euro finanziert.
An der feierlichen Einweihung am Dienstag (heute) beteiligten sich der griechische Erzbischof Aristarchos, der Generaldirektor des Tourismusministeriums und ein Vertreter der Zivilverwaltung.
Seine ruhmreichste Zeit erlebte das Kloster in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts, ehe es von durchmarschierenden Persern zerstört worden war. 1179 baute es Manuel I. Komnenus wieder auf, doch 1483 fand der Pilger Felix Fabri dort nur Ruinen vor. Das heutige Kloster wurde ab 1878 wieder aufgebaut und 1901 vollendet.
In dem Kloster können Fresken und Mosaiken aus dem fünften und sechsten Jahrhundert bewundert werden. Ein Reliquienschrein enthält die Schädel von 14 Mönchen, die von den Persern gemartet worden waren.
Gemäß der Legende soll der biblische Prophet Elias hier drei Jahre und sechs Monate als Eremit in einer Höhle gelebt haben, während ihn Raben ernährten. Dort soll der Heilige Joachim die Unfruchtbarkeit seines Weibes Anna beweint haben. Ein Engel verkündete ihm zudem die Empfängnis der Jungfrau Maria.
Durch Wadi Kelt führt eine römische Straße. An einigen Stellen kann man noch Reste eines Aquädukts aus der Zeit des Königs Herodes sehen.

(C) Ulrich W. Sahm

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