Iran: Hassan Rohani bezeichnet Israel als eine Wunde im Körper der islamischen Welt

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Am Al-Quds-Tag verbrennen Demonstranten US-amerikanische und israelische Fahnen auf offener Straße. Sie skandieren Parolen wie „Tod für Israel” und „Tod für Amerika”.
Am 2. August nahmen bekannte iranische Politiker an der Teheraner Al-Quds-Demonstration teil.

Der iranische Präsident Rohani sagte: „Der Plan der Versöhnung ist gleichzusetzen mit dem Wesen der Aggressivität Israels.” Er fügte dann hinzu: „Diejenigen, die behaupten einen Versöhnungsplan zu gestalten, demonstrieren nur nach außen hin eine Neigung zur Versöhnung, aber innerlich werden sie ihre Aggressivität gegen Palästina fortsetzen.”

Rohani sagte ferner: „Im Schatten der Besetzung der heiligen Erde von Palästina und von Jerusalem existiert eine Wunde im Körper der islamischen Welt.” (Farsnews, 2. August 2013)

Auch Ayatollah Ahmad Khatami sprach sich in seinem „Freitagsgebet” gegen Nahost-Friedensverhandlungen aus. Er rief alle Muslime auf folgende Parolen auszurufen: „Tod für Israel”, „Tod für Amerika”. Ayatollah Ahmad Khatami ist der Meinung, dass Israel kein Recht auf Existenz habe. Ahmad Khatami erklärte, dass der zukünftige Präsident des Iran, Hassan Rohani und seine gesamte Regierung, heute an der Al-Quds-Demonstration teilgenommen habe.

Hashemi Rafsanjani, der möglicherweise nach dem Tode von Ali Khamenei Revolutionsführer werden will, marschierte neben Rohani in Teheran und sagte: „Wenn die palästinensische Bevölkerung diese Solidarität und diese Präsenz sieht, bekommt sie Energie.” (ISNA, 2. August 2013)

Und tatsächlich solidarisierten sich auch die Hamas und die Jihade Islami mit den Demonstranten in Teheran: Farsnews zitierte Mahmud Alsahar, Mitglied des politischen Büros der Hamas, dass der Al-Quds-Tag eine „Mahnung an die islamische Umma” sei, damit sie eine „Einheit” herstelle.

Nasser Abuscharif von der Jihade Islami hob ebenfalls die „Einheit der islamischen” Welt hervor und sagte, dass falls die „islamische Ummat an ihre Einheit glaubt”, sie dem zionistischen Feind begegnen könne und die muslimischen Gebiete und Heiligtümer befreien” wird.

Der noch amtierende iranische Staatsminister Mostafa Mohammad Najar meinte: „Die israelischen Besatzer müssen wissen, dass sie dieses Gebiet verlassen müssen.”
Tatsächlich hatte Ali Khamenei immer wieder betont, dass Palästina nicht nur aus den „besetzten Gebieten” bestünde, sondern das ganze Gebiet des israelischen Staates als besetzt gelte.

Auch Ahmadinejad meldete sich ausführlich zu Wort. Er stellte Israel in den Kontext der Kolonialgeschichte und sagte: „Wir müssen die Existenz des zionistischen Regimes und die Rolle, die dieses Regime spielt, in einem historischen und globalen Kontext analysieren.” Er meinte: „In Palästina hat sich eine Besetzung ereignet. Es handelt sich dabei um die Front des Teufels, der Falschheit, der Arroganten, der Expansionisten, die sich gegen die Front des Rechts und der Völker stellt.”

Die Geschichte der „Front des Teufels” habe „vor 400 Jahren mit der Sklaverei begonnen und Dutzende Millionen Menschen getötet.”
Ahmadinejad erwähnt nicht, dass die Sklaverei ein fester Bestandteil gerade der islamischen Geschichte ist, konzentriert sich aber auf die europäische Kolonialgeschichte. Ahmadinejad bestreitet auch, dass die Gründung des Staates Israel im Kontext des Zweiten Weltkrieges und des Holocaust gesehen werden muss. Ahmadinejad sagte, dass der Wunsch ein „zionistisches Regime” zu gründen sogar „ein paar Hundert Jahre alt” sei, berichtete Farsnews am 2. August 2013.

Ahmadinejd sagte weiterhin: „Es geht um das Schicksal der Menschheit. Es geht nicht um ein paar Kilometer Erde, sondern um die Beherrschung und Ausbeutung der Erde. Alle Führer Europas und von Amerika sind Zionisten. Wir wissen, dass Zionismus nicht mit jüdischen Hardlinern gleichgesetzt werden dürfen. Die Zionisten glauben an keine Religion außer an ihre schmutzigen Interessen. Sie lügen, wenn sie behaupten, dass sie Juden seien.” Er sagte weiterhin: „Alle wirtschaftlichen Zentren gehören den Zionisten. Der Präsident eines großen Landes, das sogar die Welt beherrschen will, muss sich vor seinem Amtsantritt vor den Zionisten verbeugen.”

Ahmadienjad sagte: „Das zionistische Regime ist das Wesen und die Wahrheit des kapitalistischen Systems und das wahre Gesicht der Kolonialisten und der Sklavenhalter. Die Wahrheit des materialistischen Denkens des Westens manifestiert sich im zionistischen Regime.
Ahmadinejad fragte, was denn die „Tötung von 60 Millionen Menschen im Zweiten Weltkrieg überhaupt mit Palästina zu tun habe.”
In dem Zusammenhang erwähnte Ahmadinejad dieses Mal erst gar nicht die Ermordung von 6 Millionen Juden.

Ahmadinejad warnte: „Die Zionisten sollten nicht davon ausgehen, dass sie Zeit haben gerettet zu werden. Eure Freude wird nicht lange dauern. Die Hauptwelle des Erwachens ist unterwegs.”
In seiner bekannten antisemitischen Art sprach Ahmadinejad die Israelis an und sagte: „Bald werden alle Völker Eure Pläne zunichtemachen. Ihr habt keinen Platz in der Region. Ihr habt Wind gesät und werdet Sturm ernten. Ich werde Euch informieren. Gott weiß, dass ein Sturm, der die Fundamente zerstören wird, unterwegs ist und dieser wird Euer Fundament zerstören”, berichtete Farsnews, am 2.
August 2013.

Wahied Wahdat-Hagh, Fellow bei der European Foundation for Democracy.

 


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