ULRICH W. SAHM – „Hör auf zu arbeiten und hau ab“ [Zusatz zu der Geschichte: „Wer hat die Schule in Beth Hanoun gebombt?“]

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10550941_10153396020527316_6627536891001769928_nJerusalem, 25. Juli 2014 – Der palästinensische Journalist Radjaa Abou Dagga, dessen Eltern im Gazastreifen und dessen Frau und Kinder in Paris leben, hat seine in der Zeitung Liberation veröffentlichte Beschreibung eines Verhörs durch Hamas-Leute im Schifa-Hospital in Gaza auf eigene Bitte „entpublizieren“ lassen. Das berichtet Liberation in einer kurzen Notiz unter dem Titel: „Du musst Gaza so schnell wie möglich verlassen und aufhören zu arbeiten“.

Eine englische Version des gelöschten Berichts von Dagga ist noch bei dem israelischen Blogger Elder of Zion zu lesen. Darin beschreibt Dagga, wie er von der Hamas zum Verhör im Schifa-Hospital vorgeladen worden sei. Er zitiert die Fragen und erzählt, wie am Ende die Hamasleute ihm den Pass abgenommen hätten.

Mehrere palästinensische wie ausländische Journalisten hätten von der Hamas Todesdrohungen erhalten, weil sie „Falsches“ verbreiten und vermeintlich Israel mit Informationen beliefern. So hatte gemäß einem Bericht in der Jerusalem der australische TV-Reporter Peter Stefanovic per Tweeter verbreitet: “Hamasraketen sind gerade aus 200 Metern Entfernung von unserem Hotel über das Gebäude hinweg abgeschossen worden. Die Raketenstellung befindet sich nebenan.” Schon viermal sei Stefanovic dabei „erwischt“ worden, wie er “erfundene Informationen aus Gaza an Israel weitergegeben habe“. Der Journalist solle deshalb strafverfolgt werden, berichtet der Twitter „DiesistGaza“. @longitude0 schrieb: “Du bist ein cretin. Du arbeitest für die IDF (israelische Armee)”. Weiter hieß es dort: „Im Zweiten Weltkrieg wurden Spione erschossen.”

Der Financial Times Reporter mit Sitz in Jerusalem, John Reed, habe selber gesehen, wie “zwei Raketen auf Israel abgeschossen worden sind aus der Nähe des al-Schifa Hospitals, während gleichzeitig Bombenopfer ins Krankenhaus gebracht wurden.” @Saritah_91 twitterte als Antwort: “Wir werden Dich verantwortlich machen, falls Israel Deine Geschichte verwendet, um einen Angriff auf das Hospital zu rechtfertigen.”

Der kanadische Korrespondent Janis Mackey Frayer will im Viertel Sadschaijeh, wo es zu schweren Kämpfen gekommen ist, mehrere als Frauen verkleidete Hamaskämpfer gesehen haben. „Einer trug ein Kopftuch, während der Gewehrlauf unter dem Kleid hervorlugte.“ Ein weiterer Journalist berichtete über das von Israel bombardierte Wafa-Hospital, „wo die Hamas menschliche Schutzschilde einsetzt“.

 

 

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