ULRICH W. SAHM – Geköpfter Journalist war Israeli

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Ulrich W. Sahm

Jerusalem, 3. September 2014  – Steven Sotloff, der in Syrien entführte und von IS-Kämpfern vor laufender Kamera geköpfte amerikanische Journalist, war nicht nur Jude aus Miami, sondern pflegte auch enge Beziehungen zu Israel. Er hatte ab 2008 in Herzlija am Interdisciplinary Center (IDC) studiert und die israelische Staatsbürgerschaft angenommen. Das berichtete der israelische Rundfunk.

Nach Angaben der Zeitung Times of Israel hatte Satloff Kurse zu Konfliktbewältigung, internationale Beziehungen und Anti-Terror-Kampf belegt.

Satloff habe noch vor einem Jahr Israel besucht, um an der Hochzeit eines Zimmerkameraden des Studium beim IDC teilzunehmen.

Satloff habe auch für israelische Medien berichtet, darunter für die Jerusalem Post. Als freier Journalist habe er für amerikanische Zeitungen aus Jemen, Libyen, Ägypten und schließlich aus Syrien berichtet, also aus Ländern, die für Israelis nicht zugänglich sind. Am 4. August 2013 ist er in Syrien „verschwunden“. Seine Familie wusste offenbar, dass er entführt worden war. Aber erst jetzt, nachdem der amerikanische James Foley von einem britischen IS_Kämpfer geköpft worden war, ist auch in der Öffentlichkeit bekannt geworden, dass sich Satloff ebenfalls im Gewahrsam der IS-Terroristen befand.

Die Times of Israel behauptet, die Geschichte schon lange gekannt zu haben. Doch habe sie nichts veröffentlicht, um Satloff nicht zu gefährden.

Der amerikanisch-israelische Journalist Oren Kessler, der heute in London lebt, erzählte von einer langen schriftlichen Freundschaft mit Satloff. Einen Tag vor seiner Einreise nach Syrien von der Türkei aus, hätten sie noch kommuniziert. Satloff sei sich der Gefahren bewusst gewesen. Am Tag darauf sei er dann in Aleppo entführt und ein Jahr lang in Rakka von islamistischen Rebellen festgehalten worden.

Bei seinen Reisen in arabische Länder habe er natürlich seine israelische Staatsbürgerschaft geheim gehalten. Zu seinem Schutz habe er behauptet, dass „Sotloff“ ein typisch Tschetschenischer Name sei und dass er als „sekulärer Moslem“ aufgewachsen sei.

Kessler hatte im Rahmen der „Brieffreundschaft“ mit Sotloff einmal gefragt, wie er denn im Falle einer Entführung reagieren wolle. Sotloff soll geantwortet haben: „Dann sollen die mich halt zum Islam konvertieren.“

 

 

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