ULRICH W. SAHM – Krieg um Ketchup: Illegaler Ketchup?

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5815144099569640360no[1]Jerusalem, 13. Januar 2015 – Es ist rot, sieht aus wie Ketchup, schmeckt wie Ketchup und nennt sich Ketchup. Aber das, was die legendäre Firma H.J. Heinz Co. aus Pittsburgh, Pennsylvania seit 138 Jahren in 140 Ländern verkauft, sei kein echtes Ketchup und entspreche nicht den israelischen Regeln. Anwälte des israelischen Monopolisten Osem behaupten, dass Laboruntersuchungen lediglich 20% und in manchen Flaschen nur 17% Tomatenkonzentrat im amerikanischen Ketchup ergeben hätten, obgleich in Israel mindestens 61% vorgeschrieben seien. Das möge amerikanischen oder europäischen Regeln entsprechen, nicht aber israelischen. Die Anwälte von Osem schrieben in einem Brief an Heinz, dass der amerikanische Ketchup einem gewaltigen „Kundenbetrug“ gleichkomme. Für Kunden, die in den vergangenen sieben Jahren den mageren Heinz-Ketchup konsumiert haben, wollen die Anwälte Yaacov Spiegelman und Amit Ido vor Gericht Schadensersatz in Höhe von etwa 15 Millionen Euro einklagen. Unklar ist, wie sie die Gelder in betroffenen Kunden erstatten wollen.

Die Firma Osem hält etwa 66% Marktanteil für Ketchup in Israel. Während Osem von der Schweizer Gruppe Nestlé kontrolliert wird, gehört Heinz zu Warren Buffet. Die Diplomat-Gruppe, die Heinz importiert und in Israel vertreibt, bezweifelt die Laborergebnisse von Osem. Und selbst wenn sie korrekt wären, seien die von Osem zitierten Regeln für die Fa. Heinz nicht bindend. Das sei ein inoffizieller und nicht zwingender Standard. Heinz verkaufe von dem „Zeug“ jährlich über 650 Millionen Flasche in über 140 Länder und mache damit einen Umsatz von 1,5 Milliarden Dollar, wie die Zeitung Haaretz berichtet.

Osem sehe vielleicht rot, nicht aber die Supermärkte. Der Ausgang des Sturms in den roten Flaschen ist noch ungewiss.

 

 

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