ULRICH W. SAHM – Israel greift Autokolonne in Syrien an – Murghniye-Sohn getötet

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Ulrich W. Sahm

Jerusalem, 18. Januar 2015 – Ein israelischer Hubschrauber hat nach Angaben von Al Manar, dem Hisbollah-TV-Sender im Libanon, zwei Fahrzeuge der Hisbollah auf den Golanhöhen nahe Kuneitra angegriffen und zerstört. Aus Israel gibt es -wie üblich – bei Attacken in Syrien keinerlei Bestätigung oder Dementi.

Wie Al Manar bestätigte, seien bei dem Angriff mehrere „hohe Hisbollah“ Offiziere getötet worden, darunter Dschihad Murgniyeh, der Sohn des mythologischen Militärchefs der Hisbollah, der 2008 in Damaskus durch eine Bombe in seinem Auto durch „Unbekannte“ getötet worden war. Murgniye soll unter anderem der „Kopf“ hinter den verheerenden Selbstmordanschlägen auf die US Botschaft und einem Stützpunkt von Friedenstruppen in Beirut 1983 sowie auf einen jüdisches Gemeindezentrum und die israelische Botschaft 1992 in Argentinien gewesen sein. Erst vor wenigen Tagen hatte der Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah behauptet, dass seine Organisation auf den Golanhöhen nicht aktiv sei, obgleich die Hisbollah in den Bürgerkrieg in Syrien tief verwickelt ist. Der angebliche israelische Angriff und der Tod der Hisbollah-Offiziere widerspricht dieser Behauptung.

Traditionell verweigert das israelische Militär jeglichen Kommentar zu Angriffen auf syrischem Territorium, selbst wenn alles darauf hindeutet, dass es die Israelis waren, so auch 2007 der Angriff auf ein syrisches Atomwerk in Deir el Zrur.

Solange Israel die Angriffe nicht offiziell eingesteht, kann oder muss Syrien nicht reagieren und gegen Israel eine neue Kriegsfront eröffnen. Das ist eine seit Jahren geübte „Spielregel“ im Nahostkonflikt.

 

 

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