Ein Leserbrief: Einladung an Dr. Rolf Verleger von der Initiative Alte Synagoge Hechingen e.V.

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„Das Letzte, was wir bei der hiesigen Stimmung brauchen, ist weitere Israelhetze, hier von einem Juden und im Schutz einer Synagoge!“

AN:
Initiative Alte Synagoge Hechingen e.V.
Heiligkreuzstr. 55
72379 Hechingen
Telefon: 07471 / 62 10 31
E-Mail: sekretariat@caritas-hechingen.de

Sehr geehrte Herr Dr. Kirchmann, Herr Vees, Herr Schenkel und Herr Münch,

einen Tag nach dem 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz haben wir die Übersicht Ihrer Veranstaltungen 1/2015 erhalten.

Mit Befremden haben wir festgestellt, dass Sie als Referenten Herrn Rolf Verleger für einen Vortrag am 24.03.15 in der „Alten Synagoge Hechingen“ eingeladen haben.

Gegen sein Thema „Sympathisieren Deutsche mit Palästina aus Abneigung gegen Juden?“ ist natürlich nichts einzuwenden, (abgesehen von der Unklarheit, was Herr Verleger wohl mit „Palästina“ meint).
Sein Thema enthält eine naheliegende, brisante Fragestellung, die eine sachliche Bearbeitung verdient.

Leider ist Herr Verleger ist nicht der geeignete Referent dafür.
Von ihm ist nicht ausgewogene Aufklärung zu erwarten, die wir gerade in Deutschland mit unserer dubiosen Berichterstattung über Israel so dringend brauchen.

Das möchten wir Ihnen mit einigen Hinweisen verdeutlichen:

Herr Verleger – wie Anhänger des antiisraelischen Lagers allgemein – sehen den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern völlig einseitig als Resultat israelischen Handelns.

Die arabischen Aggressionen gegenüber dem jüdischen Staat, dessen Existenz sie seit seiner Entstehung permanent bedrohen, leugnet er in ihrer Bedeutung:

„Das Grundübel ist die seit 1967 andauernde israelische Besetzung palästinensischen Gebiets“
(Quelle: http://honestly-concerned.org/Temp/Zitatsammlung_Rolf-Verleger.pdf) 

„Seit Rabins Ermordung haben israelische Regierungen die Oslo-Verträge nicht eingehalten und sich immer mehr in die Sackgasse des Krieges hineingesteigert. Scharon hat den jetzigen Zustand mutwillig herbeigeführt und tut freiwillig nichts, um ihn zu beenden.“
(Quelle: http://www.steinbergrecherche.com/aswertmueller.htm#1)

„Das Wesentliche ist: Israel schafft mit dieser Politik keinen Frieden und keine Existenzsicherung. Statt dessen schürt es in dieser Region immer neu Hass und Gewalt. Das führt dazu, dass die Gegner je nach politischer Kultur [sic] mit Terrorakten auch gegen jüdische Einrichtungen auf der ganzen Welt vorgehen.“
(Quelle: http://honestly-concerned.org/Temp/Zitatsammlung_Rolf-Verleger.pdf)

Herr Verleger unterstützt den Boykott von Waren aus den besetzten Gebieten:

„Ich begrüße es ausdrücklich, wenn junge Leute zu einem Boykott von Waren aus den besetzten Gebieten aufrufen. Das ist eine selbstverständliche Konsequenz des permanenten Bruchs des Völkerrechts, den diese Siedlungen darstellen. Ich wünsche diesem Aufruf viel Verbreitung.“
(Quelle: http://www.steinbergrecherche.com/aswertmueller.htm#1 )

„Wir fordern die deutsche Regierung auf, mit der Europäischen Union
• die israelische Besatzungspolitik nicht länger zu tolerieren
• kurzfristig den Boykott der Palästinensischen Autonomiebehörde zu beenden“
(Quelle: http://honestly-concerned.org/Temp/Zitatsammlung_Rolf-Verleger.pdf)

In seinem Werk mit dem bezeichnenden Titel „Israels Irrweg“ heisst es, dass

das Judentum… in die Hände von Leuten gefallen ist, denen Volk und Nation höhere Werte sind als Gerechtigkeit und Nächstenliebe“
(Quelle: Auszug aus dem Werbetext für „Israels Irrweg. Eine jüdische Sicht“ in Konkret, Mai 2008, S. 25)

Diese Hinweise können Sie durch eigene Recherchen mühelos bestätigen.

Wie könnte also ein solcher Referent zur so notwendigen Aufklärung über die Haltung von Deutschen zum israelisch-palästinensischen Konflikt beitragen? Autoren/Journalisten wie Herr Verleger sind doch selbst Teil des Problems.

Was die ganze Angelegenheit besonders empörend macht, ist, dass sie im Schutz einer Synagoge ablaufen soll: ausgerechnet eine ehemals zerstörte Synagoge soll dafür benutzt werden, eine Veranstaltung aufzuwerten und zu legitimieren, die sich gegen das derzeit am meisten bedrohte Judenkollektiv richtet, nämlich gegen den kleinen jüdischen Staat.

Wir bitten Sie dringend, die Veranstaltung abzusagen.

Vielleicht kannten Sie Herrn Verleger nicht hinreichend. Jeder kann sich mal irren und Fehler machen. Ihrer ist leicht zu korrigieren. Erst wäre nicht das erste Mal, dass ein Veranstaltungsprogramm bei besserem Verständnis geändert wird.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. B. S-B u. J. B.

 

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