ULRICH W. SAHM – Nach Terroranschlag annuliert Israel Erleichterungen

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Ulrich W. Sahm

Ulrich W. Sahm

Jerusalem, 30. Juni 2015 – Am Dienstagabend ist der Israeli Malachi Rosenfeld, 26, seinen Verletzungen erlegen. Am Montagabend wurde er zusammen mit drei Freunden durch Schüsse auf ihr Fahrzeug nahe der Siedlung Schvut Rachel im Westjordanland verletzt. Israelische Sicherheitskräfte fahnden noch nach den Tätern. Am Dienstag wurde bei der Grenzkontrolle Kalandia im Norden Jerusalems ein weiterer Terroranschlag verhindert. Ein Palästinenser lief mit „Allah-Uakbar“-Rufen auf die Soldaten zu. Als er nicht stoppen wollte, schossen die Soldaten auf seine Beine. Noch ist unklar, was er im Sinn hatte.

Seit Beginn des Ramadan vor zehn Tagen hat es fast täglich zum Teil tödliche Terroranschläge auf Israelis gegeben.

Vor dem Fastenmonat hatten die israelischen Militärbehörden Erleichterungen für die Palästinenser aus dem Westjordanland und dem Gazastreifen verkündet und umgesetzt. Wegen der Terrorwelle wurden viele dieser Lockerungen der Bewegungsfreiheit inzwischen wieder zurückgenommen worden.

Während an Freitagen muslimische Frauen ohne jegliche Genehmigung zum Gebet auf dem Tempelberg in Jerusalem einreisen durften, müssen jetzt Frauen bis zum Alter von 40 Jahren wieder eine Genehmigung einholen. Nur Männer ab 50 Jahren und älter können ohne Genehmigungen einreisen. Die Genehmigung für 500 Palästinenser, über den Ben Gurion Flughafen ins Ausland zu fliegen, wurde gänzlich annuliert. Ein Kontrollpunkt nördlich von Ramallah wurde aus Anlass des Ramadan für alle Palästinenser geöffnet. Künftig dürfen ihn nur noch Palästinenser mit VIP-Ausweisen benutzen.

Obgleich die Sicherheitskooperation der palästinensischen Polizeikräfte mit Israel weitergeht, vor allem bei der Verfolgung von Hamas-Anhängern, beklagte sich der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu über das Schweigen der Autonomiebehörde zu den Terroranschlägen der letzten Tage. Netanjahu kritiserte auch, dass antisemitische TV-Serien und die fortgesetzte Hetze gegen Israel in den palästinensischen Medien zu der Terror-Welle geführt habe.

Die Hamas-Bewegung hat die Attentäter als „Helden“ und „Märtyrer“ gelobt, aber nicht die Verantwortung für die Anschläge übernommen. In den meisten Fällen handelt es sich offenbar um „Einzeltäter“, und nicht um organisierte Anschläge.

 

 

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