ULRICH W. SAHM – Aufklärung des Brandanschlags auf Brotvermehrungskirche

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Ulrich W. Sahm

Jerusalem, 12. Juli 2015 – Der israelische Geheimdienst hat mehrere Verdächtige festgenommen, die den Brandanschlag auf die Brotvermehrungskirche Tabgha am See Genezareth verübt haben könnten. Am 16. Juni wurden ein Verkaufsraum vor der Kirche und ein Büro der Benediktiner mit Benzin übergossen und angezündet. Durch die Hitze wurde auch der Kalkstein der Außenmauern der Kirche in Mitleidenschaft gezogen, wo gemäß der Tradition Jesus die 5.000 mit Broten und Fischen gespeist hat.

Hebräische Graffiti erweckten den Verdacht, dass jüdische Extremisten einen der schwersten Anschläge auf eine christliche Einrichtung in der Geschichte Israels verübt hätten. Eine Gruppe jugendlicher Juden wurde unmittelbar nach dem Anschlag in Tiberias von der Polizei verhört und wieder freigelassen, weil sie es angeblich nicht waren.

Aufweisung von Premierminister Benjamin Netanjahu wurden der Inlandsgeheimdienst Schabak und die Polizei des Bezirks Judäa und Samarien (Westjordanland) in die intensiven Ermittlungen einbezogen. Bekannt wurde, dass „mehrere Verdächtige“ festgenommen worden seien. Sie durften bisher keinen Kontakt mit Rechtsanwälten aufnehmen und sollen dem Friedensgericht in Nazareth zwecks Verlängerung ihrer Haft übergeben werden. Wegen einer strikten Nachrichtensperre dürfen die Medien weder deren Identität noch die Zahl der Verhafteten veröffentlichen. Es durfte lediglich gesagt werden, dass es „Fortschritte“ bei der Untersuchung der Brandstiftung in Tabgha gegeben habe.

Seit dem Brandanschlag ist die Kirche für Besucher geschlossen. Das bedeutet einen schweren Einkommensverlust für die Benediktiner. Mit den Verkäufen von Andenken an tägliche 5.000 Pilger in Tabgha wurde auch der Dormitio-Konvent auf Jerusalems Zionsberg mitfinanziert.

Der Anschlag wurde rundum von Politikern in Israel und in der Welt verurteilt. Auf Initiative des Knesset-Vorsitzenden Juri Edelstein haben sich israelische Rabbiner zusammengetan, vor allem bei jüdischen Israelis Spenden für den Wiederaufbau in Tabgha zu sammeln. Pater Nikodemus Schnabel, Sprecher der Abtei, sagte im Kölner Domradio, dass die Kosten zur Behebung der entstandenen Schäden sich voraussichtlich auf einen „siebenstelligen Eurobetrag“ belaufen würden.

 

 

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