Mal was zum „schmunzeln“ (oder auch nicht!)…

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4 Kommentare
  • Elio Adler
    Elio Adler

    Ein Freund von mir hat recherchiert:

    Gestern Abend erklärte mir ein freundlicher Mensch aus der dpa-Fotoredaktion in Berlin:

    Solche Fotoserien sendet die dpa-Tochter Infoline im Abo an Kunden und diese setzen sie automatisiert (d.h. ohne weitere Prüfung) auf ihre Websites. Die ursprüngliche dpa-Meldung ging auf Englisch via epa (European Press Agency) richtig raus: Bildzeile nur „Friday prayer“, in Erläuterung richtig „Israeli police … Palestinians praying“. Dann hat bei Infoline eine kanadische Kollegin mit begrenzten Deutsch-Kenntnissen die epa-Caption/Bildunterschrift zurückübersetzt und dabei den Muslime==>Juden-Fehler produziert.

    dpa selbst macht in solchen Fällen Rückruf-Aktionen auf mehreren Kanälen; wie Infoline das macht, wußte er nicht. Aber auch Rückrufe werden nicht von allen Kunden beachtet (vgl. Arcor.de).

    Bei vielen Fehlern oder auch Zufällen (z.B. heute: Foto von AfD-Mensch auf TTIP-Demo bringt diese vermeintlich in „rechtes“ Fahrwasser: http://www.tagesspiegel.de/images/demonstration-gegen-ttip-und-ceta/12434370/1-format35.jpeg) kämen die jeweils betroffenen Gruppen schnell zu Verschwörungstherorien („Das machen die mit Absicht!“ etc.). Tatsächlich sei Bild- sowie (mehrsprachige) Textarbeit eine fehlergeneigte Tätigkeit mit knappen Ressourcen. Fehler fielen sogar oft erst auf, wenn sich Betroffene meldeten.

    Mein Fazit: Diesmal wahrscheinlich doch ein Ignoranz/Zeitdruck-Fehler, den dpa-infoline dann aber auch offiziell zugeben sollte. Wahrscheinlich, weil der Fehler für Israel-Kundige doch so offensichtlich-banal-eklatant ist.

    Das macht die Arbeit gegen real manipulative Berichte, Fotos & Videos leider auch nicht einfacher.

  • Elio Adler
    Elio Adler

    Ein Freund von mir hat recherchiert:

    Gestern Abend erklärte mir ein freundlicher Mensch aus der dpa-Fotoredaktion in Berlin:

    Solche Fotoserien sendet die dpa-Tochter Infoline im Abo an Kunden und diese setzen sie automatisiert (d.h. ohne weitere Prüfung) auf ihre Websites. Die ursprüngliche dpa-Meldung ging auf Englisch via epa (European Press Agency) richtig raus: Bildzeile nur „Friday prayer“, in Erläuterung richtig „Israeli police … Palestinians praying“. Dann hat bei Infoline eine kanadische Kollegin mit begrenzten Deutsch-Kenntnissen die epa-Caption/Bildunterschrift zurückübersetzt und dabei den Muslime==>Juden-Fehler produziert.

    dpa selbst macht in solchen Fällen Rückruf-Aktionen auf mehreren Kanälen; wie Infoline das macht, wußte er nicht. Aber auch Rückrufe werden nicht von allen Kunden beachtet (vgl. Arcor.de).

    Bei vielen Fehlern oder auch Zufällen (z.B. heute: Foto von AfD-Mensch auf TTIP-Demo bringt diese vermeintlich in „rechtes“ Fahrwasser: http://www.tagesspiegel.de/images/demonstration-gegen-ttip-und-ceta/12434370/1-format35.jpeg) kämen die jeweils betroffenen Gruppen schnell zu Verschwörungstherorien („Das machen die mit Absicht!“ etc.). Tatsächlich sei Bild- sowie (mehrsprachige) Textarbeit eine fehlergeneigte Tätigkeit mit knappen Ressourcen. Fehler fielen sogar oft erst auf, wenn sich Betroffene meldeten.

    Mein Fazit: Diesmal wahrscheinlich doch ein Ignoranz/Zeitdruck-Fehler, den dpa-infoline dann aber auch offiziell zugeben sollte. Wahrscheinlich, weil der Fehler für Israel-Kundige doch so offensichtlich-banal-eklatant ist.

    Das macht die Arbeit gegen real manipulative Berichte, Fotos & Videos leider auch nicht einfacher.

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