Nahostkonflikt

Nahostkonflikt

AUSZUG AKTUELLER MELDUNGEN ZUM THEMA IRAN AUS UNSEREM TÄGLICHEN NAHOST-NEWSLETTER…

Süddeutsche Zeitung – 16.5.2009, Seite 28 (Wirtschaftsteil) – Unbequeme Fragen – Linde-Aktionäre verlangen Aufklärung über Iran-Geschäfte
München – Wenn sich der Vorstand der Linde AG einmal im Jahr seinen Aktionären stellt, geht es meist recht gemütlich zu. Eine Handvoll Kleinanleger stellt wenige, aber höflich formulierte Fragen.
Konzernvorstand Wolfgang Reitzle und Aufsichtsratschef Manfred Schneider geben Auskunft. Nach zwei oder drei Stunden ist alles vorbei. Der Vorstand wird für seine Arbeit gelobt und alle gehen zufrieden ihrer Wege. Auch an diesem Freitag ähnelte das Drehbuch der Hauptversammlung dem der Vorjahre: Doch zumindest in einem Punkt fielen die Fragen nicht ganz so harmlos aus.
In der Kritik standen vor allem die Geschäfte, die der weltweit größte Industriegasehersteller und Anlagenbauer mit Iran betreibt, und die den Angaben zufolge 90 Millionen Euro zum Gesamtumsatzes von Linde (2008: 12,7 Milliarden Euro) beitragen. Iran steht im Verdacht, an einem eigenen Atomwaffenprogramm zu arbeiten und hat Israel bereits mehrfach mit Vernichtung gedroht. Zwei Aktionäre forderten detailliert Auskunft, ob das Unternehmen in die militärischen Machenschaften Irans verwickelt sei oder gegen Sanktionen verstoße, die von der UN und der EU verhängt wurden.Reitzle wies beides entschieden zurück. „Wir exportieren keine Technologien, die sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt werden können“, betonte er.
Reitzle stimmte die Aktionäre zugleich auf eine weitere Verschlechterung der Geschäftslage ein. Umsatz und Gewinn könnten angesichts der Weltwirtschaftskrise stärker zurückgehen als bisher angenommen, sagte er.
Im ersten Quartal sank der Überschuss um ein Viertel auf 115 Millionen Euro, der Umsatz schrumpfte um acht Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Auch seine Prognose für die kommenden Jahre klang pessimistischer als noch vor ein paar Wochen bei der Bilanzvorlage. Bis 2014 rechnet er allenfalls mit einem verhaltenen Wachstum: „Wir haben es mit einer Zeitstrecke von mehreren Jahren zu tun, bis wir wieder dort sind, wo wir einmal waren.“ Trotzdem will er an seinem Ziel festhalten und auf betriebsbedingten Kündigungen an deutschen Linde-Standorten verzichten.

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