Antisemitismus in der AfD: Zugeraunter Wahn – Der Fall des Abgeordneten Wolfgang Gedeon zeigt, wie die AfD mit Antisemitismus umgeht. Man wägt ab, was im Rahmen des Sagbaren ist. | Taz

Der Fall Wolfgang Gedeon ist eigentlich schnell erzählt: Der AfD-Politiker, Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg, hat sich in seinen Schriften umfangreich, unmissverständlich und eindeutig antisemitisch geäußert. Das ist, für ein Mitglied eines deutschen Parlaments, für sich genommen bereits ein Skandal.

Hildebrand Embke
Wer auch nur im Entferntesten daran denkt, abwägt, was man gegen Juden oder Israel sagen könnte, ohne als Antisemit zu gelten, macht sich bereits zum Mitläufer oder Unterstützer der Antisemiten – oder ist wirklich selber einer.
“Der Jude” oder “das Judentum” stellen keine nachvollziehbaren Angriffsflächen dar, begehen keine Verbrechen. Und Kritik an Israel lässt sich, wenn sie denn angebracht sein sollte, auf Sachverhalte konzentrieren und zum Ausdruck bringen, die eine Verallgemeinerung des Staates oder der Juden des Landes – oder Rückschlüsse auf diese in der Verallgemeinerung – ausschließen. – In der Praxis sieht das jedoch leider anders aus.