H. Hahn (Hrsg.): Beschreibungsversuche der Judenfeindschaft | H-Soz-Kult

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Eine sozialwissenschaftliche Theoriebildung zum Antisemitismus sowie eine Erforschung antisemitischer Erscheinungsformen begann, so die allgemein geteilte Auffassung, ab den 1940er-Jahren. Angesichts des staatlich betriebenen mörderischen Antisemitismus im nationalsozialistischen Deutschland formulierten Jean-Paul Sartre, Max Horkheimer und Theodor W. Adorno im Jahr 1944 unabhängig voneinander die bis heute grundlegende Einsicht, dass das reale Leben und Tun der Juden für den Antisemitismus selbst wie für seine Erklärung irrelevant sind. Sartre formulierte dies am pointiertesten: „Existierte der Jude nicht, der Antisemit würde ihn erfinden”.


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