Menstruation als antisemitisches Motiv – Jüdische Männer menstruieren: Das behauptet ein Kanon von christlichen Quellen ab dem 12. Jahrhundert. Die Blutung wird darin als Sinnbild für die religiöse und soziale Minderwertigkeit der Juden verstanden. In einem Gastbeitrag zeichnet die Judaistin Kerstin Mayerhofer die Geschichte dieses weitgehend unbekannten antisemitischen Motivs nach. | science.ORF.at

Eine Vielzahl christlicher polemischer Quellen vom 12. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts behauptet, dass jüdische Männer, ähnlich wie Frauen, menstruieren. Frühe ethnographische Texte und Predigtsammlungen, medizinische Traktate und naturphilosophische Abhandlungen schreiben Juden ein abnormes Blutungsleiden zu, das mit einer gewissen Regelmäßigkeit wiederkehrt. Es befalle alle männlichen Juden, unabhängig von ihrem Alter oder Stand, so die Quellenlage.

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