Rezension zu: N. Thurn: “Falsche Juden” – Linda Krenz-Dewe, Graduiertenkolleg “Vergegenwärtigungen. Repräsentationen der Shoah in komparatistischer Perspektive”, Universität Hamburg | H-Soz-Kult

Das spannende, und bislang unterbelichtete literarische Phänomen, das Nike Thurn in ihrer äußerst umfangreichen Dissertation in einem literarhistorischen Zeitraum von über 200 Jahren untersucht, sind „Figuren, die sich als Juden ausgeben oder davon ausgehen, Juden zu sein, die (planmäßig oder irrtümlich) für Juden gehalten werden oder von anderen hierzu gemacht werden“ (S. 14). Die Figur des ‚falschen Juden‘ eignet sich somit vorzüglich, Projektionen über ‚das Jüdische‘ als ‚das Andere‘ aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten und diese auf ihre Konstruktion, Funktion und Geschlossenheit zu befragen, was Thurn in ihrer Studie dezidiert und kenntnisreich leistet.

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