Standpunkt: «Aber die Siedlungen …» – Richard C. Schneider | tachles.ch

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In diesen Wochen durch Europa zu reisen, ist wirklich interessant. Sämtliche Talkshows haben nur noch ein Thema seit Paris: den Islamismus. In Deutschland kommt dann noch ein bisschen «Pegida» dazu, aber ansonsten geht’s um den islamistischen Terror und um die Frage, ob dieser mit dem Islam gleichzusetzen ist oder nicht. Alle Politiker wiederholen mantramässig, dass dem nicht so sei, treffen politisch korrekt eben die Unterscheidung zwischen guten und bösen Muslimen. In manchen Medien aber wird inzwischen ein direkter Zusammenhang gesucht. «Focus» titelte provokant ein «Doch», dass der Islamismus eben doch etwas mit dem Islam zu tun haben könnte, und manche Nahost-Experten sind inzwischen auch bemüht, da einen Konnex zu suchen. Alles in allem aber zeigt diese aufgeregte mediale Kakophonie nur, dass niemand eine Antwort auf all die Fragen hat, die sich seit Paris (seit Paris erst?) stellen. Aber eins wissen alle, oder, um genau zu sein, alle diejenigen, die ich in den vergangenen Wochen traf, genau: Das eigentliche Problem des Nahen Ostens sind die israelischen Siedlungen…


3 Kommentare
  • Roger Bückert
    Roger Bückert

    Herr Schneider hat m.E. selber nur bedingt Ahnung, wenn er schreibt:
    „Ich bin überzeugt, dass Israels Siedlungspolitik den «jüdischen» und «demokratischen» Staat zerstören wird.“
    Das ist plumpe palästinensische Propaganda, die er da weiterreicht. Eigentlich müsste er
    1.) genau wissen, dass Israel schon mal Siedlungen (im Sinai und Gaza) geopfert hat, so dass die Existenz von Siedlungen kein unumstößliches Faktum darstellen für eine wie auch immer geartete „Friedensvereinbarung“
    2. ) darüber informiert sein, dass die „Siedlungspolitik“ ( Ausbau bestehender Städte, mitnichten eine geografische Verunmögichung für ein „palästinensisches Staatsgebilde“ darstellen würde und
    3) einmal gewahr werden, dass seit 1967 Israel sowohl ein „jüdischer“ als auch ein „demokratischer“ Staat ist. Der Erweis, warum das in der Zukunft anders sein soll, nachdem schon fast 50 Jahre das Gegenteil der Fall ist, konnte bislang noch niemand führen, handelt es sich doch lediglich um ein Instrument, um Israel unter Druck zu setzen, als eine ernsthafte These, obgleich diese mit formallogischer Richtigkeit daherkommt.
    Insofern präsentiert Herr Schneider hier genau die gängige Grundrechenart, die zu den „Ergebnissen“ führt, über die er sich in dem Tachles-Artikel aufregt.
    Er hat ( nicht zuletzt auch durch die Art mancher seiner Berichterstattungen) somit selber mehr mit dem „uralten europäischen Reflex“ zu tun, als es ihm lieb sein kann.
    An dieser Stelle mal (m)eine Gegenthese: Ohne „Siedlungen“ und eine fortschreitende „Siedlungspolitik“ sowie der internationalen Anerkennung Jerusalems als ungeteilter Hauptstadt Israels wird es zu keiner wie auch immer gearteten Friedensregelung kommen!! 🙂

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