ULRICH W. SAHM – Rettet die Kinder

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Warenübergang

Warenübergang

Jerusalem, 6. Juli 2015 – Der in Deutschland eingetragene Verein Save the Children Deutschland e.V. hat eine „Pressemitteilung“ ausgeschickt, die nur als einseitiger Propaganda-Aufruf aufgefasst werden kann.

Es geht um die Not der Kinder im Gazastreifen. Sie leiden unter Ängsten infolge des letzten „schlimmsten“ Krieges. Doch zu einem Krieg gehören, wie beim Tango, immer zwei Seiten. Save the Children ist jedoch nur auf einer Seite aktiv, in den palästinensischen Autonomiegebieten und nicht in Israel. So fallen bei der Organisation die Traumata, Ängste und das Bettnässen bei Kindern auf der „anderen“ Seite, in Israel, von vornherein unter den Tisch.

Über 70% der Kinder in Gaza leiden unter Ängsten. Zweifellos eine korrekte Darstellung. Doch 70% der Erwachsenen, oder mehr, unterstützen jene Organisation, die den Krieg erst durch die Entführung von drei israelischen Jugendlichen im Westjordanland und dann durch konstanten Raketenbeschuss Israels provoziert hat. Nach anfänglichem Rätselraten stellte sich heraus, dass diese im Gazastreifen herrschende Organisation wegen der Blockade und Zerstörung der Schmugglertunnels durch Ägypten (was nicht erwähnt wird) in Geldnöte geraten war und gehofft hatte, die Aufmerksamkeit der Welt auf den Gazastreifen zu lenken. Nicht erwähnt wird, dass die gleiche Hamas, 14 Mal einen in Kairo ausgehandelten Waffenstillstand gebrochen hat. So wurde der Krieg unnötig in die Länge gezogen. Das hatte die entsprechenden Folgen für die Bevölkerung: Tote, Verletzte, traumatisierte Kinder. Diese Erwachsenen sind die Eltern der in Not geratenen Kinder. Erst Krieg führen und Israel zerstören wollen, und dann die eigenen Kinder als „Opfer“ hochhalten, ist ein verachtenswerter Zynismus.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung: „Die fortdauernde Blockade und die Bedrohung durch neue Konflikte…“ Wegen der Beteiligung der Hamas an Angriffen auf ägyptische Soldaten im Sinai hat Ägypten die Grenze nach Gaza hermetisch geschlossen und jeden entdeckten Schmugglertunnel zerstört. Die „Todeszone“ entlang der Grenze soll nun auf 5 Kilometer erweitert werden. Andererseits bleibt der Warenübergang in Kerem Schalom weiterhin offen für die Lieferung von Hilfsgütern, Medikamenten, Nahrungsmitteln und anderen Waren. Über 800 Lastwagen, Sattelschlepper, rollen täglich durch den Übergang, obgleich auch der immer wieder vom Gazastreifen aus beschossen wird. Andere Übergänge sind nach Attacken der Hamas geschlossen worden. Tausende Palästinenser können über den Erez-Terminal im Norden des Gazastreifens nach Israel wechseln für medizinische Behandlung. Sogar nächste Verwandte des Hamas-Herrschers, Ismail Haniye, wurden in israelischen Hospitälern behandelt. Doch mit „Blockade“ ist allein Israel gemeint.

„Während des 51 Tage dauernden Konflikts im letzten Jahr wurden 551 Kinder getötet und 3.436 verwundet.“ Das sind die offiziellen Zahlen des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums. Von diesen ungeheuerlichen Zahlen müssen erst mal jene „Kinder“ abgezogen werden, die sich nach eingehender Prüfung der Listen als kräftige Männer mit Rauschebart herausstellten und als „Helden des Widerstands“ mit entsprechenden martialischen Bildern verherrlicht werden. Gemäß neuesten Informationen bildet die Hamas in Sommerlagern etwa 17.000 Kinder aus dem Gazastreifen zu Kindersoldaten aus. Entsprechende Dokumentationen und Propagandafilme wurden teilweise von der Hamas selber im Internet verbreitet. Zudem sollte „Save the Children“ prüfen, wie viele Kinder nach dem ersten von der Hamas gebrochenen Waffenstillstand ums Leben gekommen sind. Deren Tod kann nur der Hamas selber angelastet werden, falls es ihr wirklich nur um das Wohl der eigenen Kinder gegangen wäre.

Kinder verlieren ihre „Unschuld“, wenn sie sich schwer bewaffnet dem „Feind“ entgegenstellen oder als menschliche Geiseln zum Schutz von Raketen-Abschussrampen missbraucht werden. Bei der genannten Gesamtzahl der im Gazastreifen getöteten Kinder wird nicht erwähnt, ob sie durch israelischen Beschuss getötet worden sind, oder aber durch vorzeitig auf Spielplätzen explodierten Raketen oder Sprengstoff der Hamas. Es ist hinreichend bekannt, dass die Hamas ihre Waffen und Raketen nicht nur in UNO-Schulen, Kliniken und Moscheen eingelagert hat. Das zentrale Schifa-Hospital beherbergte sogar die Kommandozentrale der Hamas.

„Alle politisch Verantwortlichen müssen entschlossen handeln, um einen Friedensplan mit einem endgültigen Ende der Blockade umzusetzen“, mahnt Kathrin Wieland, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland.“ Ist wirklich die Blockade das einzige Problem im Gazastreifen. Woher kommen der Strom und das Trinkwasser? Woher beziehen die zahlreichen Luxusrestaurants am Strand von Gaza-Stadt ihren Fisch und die Steaks? Warum wird da nicht die mörderische Ideologie der Hamas angesprochen, wie sie in der Hamas-Charta festgeschrieben worden ist? Und was ist mit den anderen extremistischen Organisationen wie dem islamistischen Dschihad, Salafisten und sogar IS, die im Gazastreifen ihr Unwesen treiben? Warum ruft die in Deutschland eingetragene „Menschenrechtsorganisation“ nicht erst einmal dazu auf, im Gazastreifen für geordnete Verhältnisse zu sorgen. Es ist anzunehmen, dass Israel sich dann auch nicht mehr gezwungen sähe, den Gazastreifen „anzugreifen“, sowie es nicht mehr mit Raketen auf Bevölkerungszentren wie Tel Aviv, Jerusalem, Bethlehem, Aschkelon, Beer Schewa und Aschdod angegriffen würde.

„Jedes Kind hat das Recht auf ein Aufwachsen in Frieden, ein Zuhause, auf Schule und auf Zukunft.“

Das ist zweifellos ein richtiger und ehrenwerter Satz. Doch jedes Kind hat auch ein Recht darauf, dass seine Eltern keinen Krieg provozieren, keine Raketen auf das Nachbarland abschießen, keine öffentlichen Hinrichtungen auf dem Marktplatz durchführen.

Gerade eine in Deutschland eingetragene und agierende Organisation sollte wissen, dass allein Druck auf die Tränendrüse für leidende Kinder bestehende politische Missstände nicht korrigiert.

Hätte der Verein etwa eine gleichlautende Pressemitteilung während der Massenmorde von Pol Pot in Kambodia veröffentlicht, von „Save the Children“ auf seiner Internet-Seite als „Bürgerkrieg“ verniedlicht? In Ruwanda, wo es immerhin einen Völkermord gab und gewiss auch viele Kinder betroffen waren, ist die Organisation nicht einmal aktiv.

 

PRESSEMELDUNG  – Über zwei Drittel aller Kinder in Gaza fürchten sich vor einem weiteren Krieg

Berlin, 6. Juli 2015 – Diese traurige Bilanz geht aus der aktuellen Studie „Living A Nightmare“ der Kinderrechtsorganisation Save the Children ein Jahr nach dem Konflikt in Gaza hervor. Bis heute leidet die Mehrheit der Kinder unter schweren emotionalen Belastungsstörungen. Viele Kinder sind traumatisiert und können ihre Erlebnisse nur schwer verarbeiten. 76% der Mädchen und Jungen leiden unter Alpträumen, viele nässen nachts regelmäßig ein (75%). Knapp 90% der Eltern berichten über Angstzustände der Kinder, 70% haben sogar Angst vor einem weiteren Krieg.

„Die Resultate der Studie sind alarmierend! Die Kinder haben Dinge erlebt, die auch den stärksten Erwachsenen Alpträume bescheren würden. Die fortdauernde Blockade und die Bedrohung durch neue Konflikte macht es für Kinder extrem schwierig, sich von ihren Traumata zu erholen“, erläutert David Hassell, Co-Länderdirektor von Save the Children.

Während des 51 Tage dauernden Konflikts im letzten Jahr wurden 551 Kinder getötet und 3.436 verwundet. Geschätzte 1.500 Kinder verloren ihre Eltern. Noch viel mehr Mädchen und Jungen wurden obdachlos und haben mit ansehen müssen, wie ihre Schulen beschädigt oder zerstört wurden. Auch in Israel wurde ein Kind durch Raketenbeschuss getötet, weitere 270 wurden verletzt.

Ein Jahr nach dem Konflikt sind immer noch etwa 100.000 Menschen obdachlos. Wiederaufbauarbeiten von medizinischen Einrichtungen, der Wasserversorgungsnetze und von Schulen haben nur vereinzelt begonnen.

„In den vergangenen sieben Jahren haben die Kinder in Gaza drei Kriege durchlebt, von denen der letzte der schlimmste war. Die Welt kann nicht einfach nur abwarten, während die Hoffnung auf eine bessere Zukunft für die Kinder durch die Blockade und die ständige Gefahr eines neuen Konflikts zerstört wird. Alle politisch Verantwortlichen müssen entschlossen handeln, um einen Friedensplan mit einem endgültigen Ende der Blockade umzusetzen“, mahnt Kathrin Wieland, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland.

Jedes Kind hat das Recht auf ein Aufwachsen in Frieden, ein Zuhause, auf Schule und auf Zukunft. Save the Children appelliert an die internationale Gemeinschaft, sich dieses anhaltenden Konflikts mit Nachdruck anzunehmen. Dazu gehört, jedweden diplomatischen Einfluss geltend zu machen, um das Blutvergießen zu beenden und die kriegführenden Parteien zu langfristigen Maßnahmen zu zwingen, die diesen sinnlosen Kreislauf der Gewalt und die Blockade endgültig zu einem Ende bringen.

Unsere Studie „Living A Nightmare“ finden Sie hier: http://www.savethechildren.de/fileadmin/Berichte_Reports/A_living_nightmare.pdf

Zusatz-Material zum Download:
Schnittmaterialien, Fotos und Erlebnisberichte
http://bit.ly/1f8iw5A

Honorarfrei zu verwenden unter © Save the Children

Kontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle – Claudia Kepp
Tel.: +49 (30) 27 59 59 79 – 28
Mail: claudia.kepp@savethechildren.de  –  www.savethechildren.de

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