Demo in Frankfurt geplant: Ahmadinedschad als neues Idol der Rechtsradikalen

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Anlässlich des Fußballspiels der Iraner in Frankfurt plant die rechtsextreme Szene eine Solidaritätsdemonstration für den iranischen Präsidenten. Gegenüber der hessenschau äußerte sich ein Mitglied der „Freien Nationalisten“ zur neuen Gesinnungsbrüderschaft mit Ahmadinedschad.

Der Organsiator der rechtsradikalen Kundgebung sieht die Allianz mit Islamisten in einer Art historischen Tradition. „Es gibt ja auch in der Geschichte viele Beispiele, dass zum Beispiel im Zweiten Weltkrieg die Waffen-SS mit muselmanischen Verbänden oder auch osteuropäischen Verbänden gekämpft hat“, erklärte Marcel Wöll von den „Freien Nationalisten Rhein-Main“ gegenüber der hessenschau. Die Demonstration soll am 17. Juni in Frankfurt stattfinden. Die iranische Mannschaft spielt an diesem Tag bei der Fußball-Weltmeisterschaft im Frankfurter Stadion gegen Portugal.
Marcel Wöll betreibt in seinem Haus in Butzbach ein rechtsextremes Versammlungszentrum. Dort predigt er seinen Kameraden, dass die Demokratie eine jüdische Erfindung sei und abgeschafft gehört. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Demo für den Holocaust-Leugner

Der iranische Präsident sprach wiederholt davon, den Staat Israel auszulöschen. Außerdem leugnet er öffentlich den Holocaust. In Deutschland ist dies strafbar. Dennoch tun es die Neonazis auch hierzulande mittlerweile ganz unverhohlen. „Herr Ahmadinedschad hat einige Sachen ausgesprochen, die einfach mal ausgesprochen werden müssen“, sagt Wöll. Auf die Gegenfrage des Reporters, ob er den Holocaust öffentlich leugnen würde, wenn das erlaubt wäre, sagte Wöll: „Davon können Sie ausgehen“.

Genehmigung der Demo fraglich

Wenn die Neonazis am 17. Juni durch Frankfurt ziehen, wird wohl ein Großaufgebot der Polizei nötig sein. Die Frankfurter Polizei hat der Stadtverwaltung bereits signalisiert, sie sehe sich nicht in der Lage gleichzeitig zu dem WM-Spiel der Iraner einen Nazi-Aufmarsch zu begleiten und Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten zu verhindern. Daher ist fraglich, ob die Stadt die Demo genehmigt.

Friedman plant Veranstaltung gegen iranische Politik

Auch der Publizist Michel Friedman hat für den 17. Juni eine Veranstaltung in Frankfurt geplant – gegen die Politik des iranischen Präsidenten. Dass seine Veranstaltung auf dem Opernplatz gleichzeitig mit einem Nazi-Aufmarsch stattfinden könnte, damit habe er kein Problem, sagte Friedman gegenüber der hessenschau. Doch der Frankfurter Polizei wird diese Veranstaltung wohl noch viel Kopfzerbrechen bereiten.

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