Die amerikanisch-israelischen Beziehungen

  • 0
Jerusalem, 9. Januar 2008 – Heute sind die USA und Israel „strategische Partner“ und engste Verbündete. Doch das war nicht immer so. 1948 hatte der amerikanische Präsident Trumann gezögert, den gerade geschaffenen jüdischen Staat anzuerkennen. Die Sowjetunion war schneller und erhoffte sich in dem damals noch eher stalinistisch ausgerichteten Israel einen Bündnispartner in Nahost. 1956 kam es zu ganz erheblichen Spannungen zwischen Israel und den USA, als Israel zusammen mit den alten Kolonialmächten Frankreich und England gegen die Nationalisierung des Suezkanals durch Ägypten in den Krieg zog. Israel eroberte die Sinaihalbinsel, musste sich aber binnen weniger Monate wegen amerikanischen Drucks zurückziehen. Den Sechs-Tage-Krieg von 1967 gewann Israel noch mit französischen Mystere Flugzeugen und britischen Sherman-Panzern.
Als Frankreichs Präsident de Gaulle 1968 ein Waffenembargo gegen Israel wegen des Sieges über die arabischen Verbündeten der Franzosen, insbesondere Syrien, aussprach, entstand ein Vakuum, in das die Amerikaner erst ab 1970 stießen. Die Amerikaner baten Israel während des von Arafat angezettelten Putsch der PLO gegen den jordanischen König Hussein, Jordanien vor einem Einmarsch der Syrer zu bewahren. Das israelische Säbelrasseln gegen Damaskus honorierten die Amerikaner mit einer Annäherung. Erst ab 1970 begann auch die amerikanische finanzielle Unterstützung Israels, die nach dem von den USA mitverhandelten Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten auf drei Milliarden Dollar jährlich anstieg, als Kompensation für den Umzug der riesigen Militärstützpunkte, die Israel im Sinai zurücklassen musste. 1973, während des überraschend ausgebrochenen Oktober/Jom Kippur Krieges drohte das bedrängte Israel mit der „Weltuntergangswaffe“. Die Amerikaner verstanden den Wink und starteten innerhalb von Stunden eine massive Luftbrücke mit militärischem Nachschub. So retteten sie Israel, während Amerikaner und Russen zum dritten Mal während des Kalten Krieges (nach Kuba und Berlin) ihre Atomwaffen scharf machten. Seitdem spielen die Amerikaner eine entscheidende politische Rolle im Bemühen, Frieden in Nahost zu schaffen. Ägypten und Israel, unter Anwar el Sadat und Menachem Begin, unterzeichneten als Erste einen Friedensvertrag auf dem Rasen vor dem Weißen Haus in Washington. Auch die Osloer Verträge zwischen Israel und der PLO wurden dort unterzeichnet. Zur Friedenszeremonie zwischen Israel und Jordanien kam Präsident Bill Clinton ins Grenzgebiet in der Wüste nahe dem Roten Meer geflogen.
Ein Höhepunkt der Bemühungen um einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern stellte das Gipfeltreffen in Camp David im Sommer 2000 dar. Doch die Bemühungen versanken dann im Blutbad der zweiten Intifada. Während Ariel Scharon und Präsident Bush vertraglich abschlossen, dass Israel und die USA nun „strategische Partner“ seien, brach Bush die Beziehungen mit dem damaligen Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat ab. Arafats Leute hatten versucht, eine ganze Schiffsladung Waffen in den Gazastreifen zu schmuggeln und Arafat weigerte, die Ermordung von zwei amerikanischen Diplomaten im Gazastreifen aufzuklären. Seit der Amtsübernahme von Mahmoud Abbas bemühen sich freilich die Amerikaner zusammen mit Israel und der EU, die Autonomiebehörde vor einer Machtübernahme durch die Hamas zu bewahren.

Hinterlasse eine Antwort