Israel: Völkermord mit Hormonspritze

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ULRICH W. SAHM Israel: Völkermord mit Hormonspritze

Jerusalem, 1. Februar 2013 Seit Dezember wird Israel unterstellt, „schwarze Frauen“ in Äthiopien aus rassistischen Motiven gegen ihren Willen zwangsterilisiert zu haben. Das Gesundheitsministerium habe eine Politik „bestätigt“, die Zahl der „schwarzen Juden“ zu reduzieren. Die palästinensische Propaganda bezichtigt Israel gar eines „Völkermordes“.

Mit empfängnisverhütenden Hormonspritzen haben israelische Ärzte im Durchgangslager Gondar in Äthiopien schwarze jüdische Frauen vor ihrer Ausreise nach Israel sterilisiert, um die Zahl der unliebsamen „Schwarzen“ zu reduzieren. Das israelische Gesundheitsministerium hat diese „rassistische und paternalistische“ Praxis bestätigt.

Dieses ist verkürzt der Inhalt einer in Israel ausgestrahlten Fernsehreportage. Die linksliberale Zeitung Haaretz hatte sie mit der Überschrift „Ein unfassbares Verbrechen“ aufgegriffen.

Tatsächlich ging es lediglich um die Frage, ob äthiopische Jüdinnen in Gondar und nach ihrer Einwanderung dazu gezwungen worden seien, die „Depo Provera“-Hormonspritze zu akzeptieren. Das ist ein geläufiges Verhütungsmittel. Wegen Nebenwirkungen sollte es nur zwei Jahre lang verabreicht werden. Nach Angaben einer äthiopischen Ärztin würden 50 Prozent aller äthiopischen Frauen diese Spritze der täglichen Einnahme von Anti-Babypillen vorziehen. Sie wirke drei Monate lang und könne ohne Arzt für umgerechnet 1 Euro von einer Krankenschwester verabreicht werden, sagte die Ärztin auf Anfrage.

Israelische Menschenrechtsorganisationen wie ACRI behaupteten, dass den Frauen in Gondar mit einem Entzug medizinischer Behandlung und sogar der Verweigerung ihrer Auswanderung nach Israel gedroht worden sei, falls sie die Spritze verweigerten. Zudem sei den Frauen die Wirkung der Hormone verheimlicht worden. Nach entsprechenden Beschwerden hat der Generaldirektor des israelischen Gesundheitsministeriums, Professor Roni Gamzu, alle Gynäkologen in Israel angewiesen, die Frauen – zur Not unter Hinzuziehung eines Dolmetschers – über die Wirkung des Verhütungsmittels aufzuklären. Diese Anweisung wurde von ACRI und Haaretz als Eingeständnis einer nicht dokumentierten offiziellen Politik interpretiert, aus rassistischen Motiven die Zahl der „schwarzen Juden“ zu reduzieren. Ein Geburtenrückgang um 20 Prozent unter den rund 120.000 nach Israel eingewanderten äthiopischen Juden diente ihnen als „Beweis“. Doch ein Regierungsbeamter erklärte: „Das ist normal nach der Integration von Einwanderern aus der Dritten Welt in eine moderne Industrienation.“

Die Geschichte zu dem angeblich zwangsweise verabreichten Verhütungsmittel wurde von der internationalen Presse aufgegriffen und nährte nun schlimmste Klischees über jüdischen Rassismus und israelische Mordgelüste. Aus Empfängnisverhütung wurde eine Sterilisierung. Die britische Zeitung Independent unterstellte Premierminister Benjamin Netanjahu eine rassistische Politik gegen die äthiopischen Juden. Sie zitierte Netanjahu mit einer Äußerung zu Migranten aus Schwarzafrika, die über den Sinai zu Zehntausenden nach Israel infiltriert sind: „Sie gefährden den demokratischen wie jüdischen Charakter Israels.“ Diese illegalen nicht-jüdischen Afrikaner aus Somalia, Sudan und Erithrea haben natürlich nichts mit den äthiopisch-jüdischen Bürgern zu tun, die der Staat Israel mit riesigem Aufwand und unter ungeheuren Kosten mit Geheimunternehmen im Sudan und einer Luftbrücke nach Israel geholt hat. Sie sind sie inzwischen gut integriert, stellen hohe Offiziere, Akademiker, Journalisten und sogar Knessetabgeordnete. Zudem hat die Regierung erst kürzlich beschlossen, auch die letzten zurückgebliebenen 8.000 „Falschmura“ (zum Christentum zwangskonvertierte Juden) nach Israel zu fliegen.

Zwar ist auch die israelische Gesellschaft nicht gegen Rassismus gefeit, doch der wird offiziell von Politikern und den Medien scharf verurteilt und strafrechtlich verfolgt.

Inzwischen haben Haaretz und britische Zeitungen erkannt, wie ihre Geschichte über eine vermeintlich zwangsweise verabreichte Hormonspritze so lange „verdreht und verzerrt“ worden ist, bis daraus der Vorwurf eines Völkermords durch den Staat Israel an seinen eigenen Bürgern geworden ist. Wohl ohne viel Erfolg haben Haaretz und der britische Daily Telegraph versucht, die Verdrehungen jetzt wieder richtig zu stellen.


  • ISRAELNETZIsraels Rassismus-Debatte – Johannes Gerloff
    Seit vergangenem Dezember machen Behauptungen Furore, der Staat Israel habe eine gezielte, rassistisch motivierte Politik zur Dezimierung der dunkelhäutigen Bevölkerung vorangetrieben. Obwohl keinerlei Beweise vorliegen, wurden die innerisraelischen Anklagen im Ausland mittlerweile zu „Zwangssterilisationen“ und „Völkermord“.
    Um gleich zu Beginn klar zu stellen: Es gibt Rassismus innerhalb der israelischen Gesellschaft! Das zeigt sich beispielsweise bei Fußballspielen, an Schulen, wenn sich ganze Wohnblocks dazu verpflichten, keine Wohnungen an bestimmte Volksgruppen zu vermieten, und natürlich nicht selten im alltäglichen Sprachgebrauch. Und noch ein Zweites sollte unmissverständlich klar sein: Rassismus, in welcher Form auch immer, darf niemals akzeptiert, verteidigt oder auch nur mit Verständnis bedacht werden. – Doch nun der Reihe nach zu Hintergründen und jüngsten Entwicklungen der Rassismus-Diskussion in Israel, die seltsame Blüten im Land treibt und eigenartige Früchte im Ausland trägt…

  • Dieser Artikel ist einer der schlimmsten, die ich zu diesem Thema gesehen habe. Angeblich ist die Quelle hierfür Haaretz, doch der Haaretz Artikel, besagt etwas ganz anderes, als das was hier (falsch) übersetzt wurde!
    STANDARD
    Wirbel um Hormonspritze in Israel – Behörde stoppt Behandlung von Frauen aus Äthiopien
    Jerusalem – Die israelische Regierung räumte erstmals offiziell ein, äthiopische Frauen zum Teil ohne ihr Wissen oder gegen ihren Willen mit Hormonspritzen unfruchtbar gemacht zu haben.

  • HA’ARETZ Israel admits Ethiopian women were given birth control shots
    Health Minister director general instructs all gynecologists in Israel’s four health maintenance organizations not to inject women with long-acting contraceptive Depo-Provera if they do not understand ramifications of treatment.

  • SPIEGEL Äthiopische Jüdinnen: Israel streitet über Vorwürfe der Zwangsverhütung
    Haben Mediziner Äthiopierinnen, die nach Israel einwandern wollten, zwangsweise Verhütungsmittel verabreicht?

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