ULRICH W. SAHM – Chinesische Pandabären nach Haifa

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Ulrich W. Sahm

Jerusalem, 6. Dezember 2014 – „Es sind die perfekten Tiere. Auf ihre Art kämpfen sie gegen Rassismus-Vorteile: Sie sind schwarz, weiß und asiatisch. Und, sie werden auf der ganzen Welt geliebt und von der ganzen Welt verehrt.“ So Haifas Bürgermeister Yona Yahav, nachdem die chinesische Regierung eingewilligt hat, ein Panda-Paar nach Israel schicken und mit dieser Geste die Beziehung zwischen beiden Nationen zu stärken. Die Pandas werden an den Zoo in Haifa geliefert, nachdem die Hafenstadt einen Städte-Partnerschafts-Vertrag mit der chinesischen Stadt Chengdu unterzeichnet hat. Haifas Stadtoberhaupt Yona Yahav hatte über die Panda-Übersiedlung zunächst mit dem Experten und Züchter Prof. Fei Lisong vom Chengdu Forschungszentrum gesprochen. Er ist für alle Pandas in der Welt zuständig. Lisong war Teil der chinesischen Delegation, die in Haifa an der dritten chinesisch-israelischen High-Tech-Investment-Konferenz teilnahm. Zoopersonal aus Haifa wird nach Chengdu fliegen, um mehr über optimale Lebensbedingungen für Pandas und Ernährungstipps zu erfahren. Pandas fressen hauptsächlich Bambus. Unter chinesischer Anleitung wird der Zoo in Haifa ein Gehege bauen, in dem sich die Pandas wohl fühlen sollen.

Chinesische Panda-Diplomatie geht schon auf das Jahr 658 zurück, als die Kaiserin Wu Zetian den japanischen Kaiser Temmu beglücken wollte, schreibt die Zeitung Haaretz. Die Praxis wurde 1941 erneuert, als China zwei Pandas den USA übergab als Dank für amerikanische Hilfe. US Präsident Richard erhielt zwei Pandas, als der mit seiner Pingpong Diplomatie einen Wandel in den Beziehungen vollbrachte.

Doch eine Studie ergab, dass die Pandas keineswegs nur Segen brächten. Es gebe geradezu einen Panda-Fluch. Richard Nixon, der britische Edward Heath und Japans Kakuei Tanaka wurden aus ihren Ämtern gejagt, kurze Zeit, nachdem sie chinesische Pandas empfangen hatten. Vielleicht ist das ja auch der wahre Grund, weshalb Benjamin Netanjahus Regierung ausgerechnet jetzt geplatzt ist.

Insgesamt leben 49 Pandas in Zoos außerhalb von China, darunter in Kanada, Belgien, Österreich und Frankreich, nicht aber in Deutschland oder in der Schweiz.

Angeblich gibt es in der Wildnis nur noch etwa 5.000 Pandas, sodass sie als extrem artengefährdet gelten. Zudem seien die Bären sehr schüchtern und vermehren sich nicht ohne weiteres.

Sie ernähren sich hauptsächlich von Bambus, verschmähen aber auch nicht gelegentlich mal einen Fleischklops, etwas Gemüse oder ein Ei.

Grundsätzlich „verleiht“ China die Pandas nur für jeweils zehn Jahre.

So niedlich die Tiere auch aussehen, so seien sie „sehr teuer“ in der Pflege und charakterlich eher unangenehm. Ein Pfleger bezeichnete sie mal als: „Böswillig, den Partner unterdrückend, kinderfeindlich und abartige Monster“.

Die Beziehungen zwischen Israel und der Volksrepublik China waren keineswegs so gut, wie sie heute sind. Beijing hatte als erster nicht-arabischer Staat Jassir Arafats PLO anerkannt. In den 1980ziger Jahren, als China begann, sich zu modernisieren, begannen die Chinesen schon heimlich, sich für israelische Technologie zu interessieren. Doch erst 1992, mit Beginn der Friedensgespräche zwischen Israel und der PLO, anerkannte China den Staat Israel auch diplomatisch. Israel wurde bald zum zweitwichtigsten Waffenlieferanten Chinas. Das führte 2004 zu Spannungen mit den USA, als Israel eine –Aufklärungsdrohne verkaufen wollte. Die damalige US-Außenministerin Condoleezza Rice warnte vor dem Verkauf von Waffen an China, die eines Tages „unsere Jungs töten könnten“. Es war wohl das erste Mal, dass ein verantwortlicher amerikanischer Politiker offen von einem Krieg zwischen USA und China redete. Die Israelis stornierten daraufhin das 1-Milliarde-Dollar Geschäft, was wiederum zu Irritationen in Beijing führte.

Dennoch boomt der Handel zwischen beiden Ländern. Das Handelsvolumen stieg von 50 Mio. US-Dollar 1992 auf mehr als 10 Milliarden heute. Viele Chinesen kommen nicht nur als Gastarbeiter nach Israel. Sie wollen auch eine Eisenbahnlinie zwischen Tel Aviv und Eilat am Roten Meer bauen.

 

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