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  1. STANDARDBuchrezension: Zurück in die Zukunft– Avraham Burg, einstiger Sprecher der Knesset, fordert in seinem kontroversiellen Buch, dass sich Israel aus dem Bann des Holocaust lösen solle  
    Die Shoah existiert nur im Singular. Jenes Wort, das im Hebräischen „großes Unheil“ bedeutet, ist zum Signifikanten für ein unvergleichliches Ereignis geworden. In ihm schwingt mit, was wohl für immer unbeschreiblich bleiben wird: der Völkermord an sechs Millionen Juden. Historisch ist es unbestreitbar: Nie zuvor und nie wieder danach sind derart viele Menschen Opfer einer solch industriellen Tötungsmaschinerie geworden. Die Shoah, sie ist in dieser Hinsicht tatsächlich ohne Beispiel. Und doch: Gerade die Monopolisierung des Schreckens und das Beharren auf seiner historischen Einmaligkeit kann diesen Völkermord aus allen Kontexten herausreißen. Es besteht Gefahr, dass die Shoah zu einem Ereignis wird, das lähmend und zeitlos über der Zukunft schwebt.
     
    Dieser Meinung ist zumindest Avraham Burg. Der israelische Ex-Abgeordnete der Arbeitspartei, der von 1999 bis 2003 Sprecher der Knesset und zuvor Vorsitzender der Jewish Agency gewesen ist, hat mit Thesen wie dieser in Israel für Wirbel gesorgt.
     
    Harsche Kritik
     
    Als dort vor zwei Jahren sein Buch Lenazeach et Hitler erschien, da schlug es ein wie eine Bombe. In bis dato nie gekannter Eindeutigkeit stellte hier einer der führenden Köpfe des Establishments Grundlagen des nationalen Selbstverständnisses in Frage. Zudem übte Burg harsche Kritik am Umgang der jüdischen Mehrheit mit der arabischen Minderheit. 

  2. DIE LINKEMenschenverachtende Hetze der „Antideutschen“ 
    Dieser Text wurde anlässlich der Verhinderung des Filmes Warum Israel verteilt. (Filmtitel im Original „Pourquoi Israel“
von Claude Lanzmann, sollte am 25.10.2009 im Hamburger Kino B-Movie in Kooperation mit der Gruppe Kritikmaximierung gezeigt werden).
    WARUM NICHT ISRAEL?
    Was ist den hier los?
    Schon früh gab es Stress mit dem B-Movie. Mal zeigten sie sexistische Filme, wie Deep Throat, dessen „Hauptdarstellerin“ später öffentlich machte, dass sie in dem Film vergewaltigt wurde. Oder sie vermieteten den Laden an Fußball Hooligans, die das Haus mit Nazi-Symbolen beschmierten.
    Nun gibt es ein neues Ereignis im B-Movie: Sie wollen in Zusammenarbeit mit der „antideutschen“ Gruppe „Kritikmaximierung“ einen zionistischen Propaganda-Film zeigen.
    Worum geht’s genau?
    Der Film „Warum Israel“ soll eine Antwort auf die Frage geben, was Israel ist. Dazu hat der Regisseur Claude Lanzmann 50 Stunden Filmmaterial im Jahre 1972 gesammelt und es zu einem Dokumentarfilm zusammen geschnitten. Einiges hat Lanzmann in seiner Betrachtung „vergessen“: Im Staat Israel leben nicht nur Israelis, sondern aus Palästinenser. Fünf Jahre vor den Filmaufnahmen hat Israel in dem Sechstagekrieg ein überlebensfähiges palästinensisches Territorium zerschlagen und besetzt. Heute ist den Palästinensern nur noch ein Fleckenteppich in der Westbank und der kleine Gazastreifen übrig geblieben – dies zusammen wird niemals ein lebensfähiger Staat sein können. Zusätzlich werden in der Westbank vom israelischen Staat und Rechtsradikalen mit Schusserlaubnis weiter Siedlungen aufgebaut. Damit werden Fakten für eventuelle Friedensverhandlungen geschaffen.
    Weiterhin verschweigt der Film die Tatsache, dass der Staat Israel auf den Trümmern von 500 arabischen Städten und Dörfern entstanden ist und ca. 700.000 PalästinenserInnen aus ihrer Heimat vertrieb. Viele andere Gesichtspunkte, wie den Umstand, dass Israel bis heute für sich keine Grenzen akzeptiert, im Gegensatz zu der palästinensischen Seite, die Israel in den Genzen von 1948 anerkennt, bleiben genauso unberücksichtigt.
    Ein Film, der das Thema Israel behandelt und das gesamte Ausmaß der Besatzung und Vertreibung unerwähnt lässt, kann niemals eine Antwort geben, was Israel wirklich ist. Der Film suggeriert, dass Israel nur eine Zufluchtstätte der Juden vor dem Antisemitismus sei, aber verschweigt, dass Israel zugleich die Existenzberechtigung der PalästinenserInnen untergräbt.
    „Die Israelis sind keine Killer. Definitiv nicht. Sie töten, aber sie sind keine Killer, das ist nicht in ihrem Blut.“ So argumentierte der Regisseur des Films Anfang des Jahres in der Berliner Zeitung. Dem ist wirklich nicht viel hinzuzufügen. In Anbetracht des zionistischen Massakers Anfang des Jahres an der Zivilbevölkerung des Gaza-Streifens, dem über 1.500 Menschen, darunter allein 500 Kinder, zum Opfer fielen, wirkt diese Aussage wie reiner Hohn.  
      
     

  3. Ja, ja, die Teilung Berlins …die Teilung Jerusalems wurde übrigens 1967 überwunden (wenn man schon vergleichen will…)
    MEDIAQUELLKommentar: Der israelische Sicherheitszaun
    Im Jahr 2003 hat Israel begonnen, sein Staatsgebiet durch Sperranlagen gegenüber dem palästinensischen Westjordanland abzusichern. Völkerrechtlich arg umstritten bedient diese Mauer das legitime israelische Sicherheitsbedürfnis, zerstückelt aber weiter das Territorium eines zu schaffenden palästinensischen Staates und zerstört die Lebensgrundlage vieler Palästinenser.
    28 Jahre, zwei Monate und 29 Tage waren der Ost- und der Westteil Berlins durch Beton, Stacheldraht und Selbstschussanlagen voneinander getrennt. Seit dem 9. November 1989 ist die Berliner Mauer Geschichte. Anderswo auf der Welt sind solche Sperranlagen hingegen weiter Realität.
    Die Mauer, die das israelische Kernland von der palästinensischen Westbank trennt, ist ein Paradebeispiel dafür. Nun gut, könnte man sagen, die Mauer, die so lange zwischen Ost- und Westdeutschen stand, hielt ein gemeinsames Volk davon ab, das Leben miteinander zu teilen. Die Mauer zwischen Israel und dem Westjordanland trennt hingegen zwei unterschiedliche Völker, die seit mehr als 60 Jahren in einem blutigen Konflikt stehen. Da sind Sperranlagen so abwegig nicht. Trennung ist besser als Gewalt, könnte man meinen.
    Das stimmt zwar, trifft aber nicht den Kern des Problems. An den israelischen Sperranlagen, die wenn sie fertig gestellt sein werden, 759 Kilometer lang sein werden, prallen die legitimen Interessen Israels und der Palästinenser aufeinander. Israel möchte sein Staatsgebiet und seine Bürger schützen, die Palästinenser wollen einen lebensfähigen Staat errichten. Beides ist nachvollziehbar und müsste sich keineswegs widersprechen. An den Grenzanlagen kollidieren beide Interessen dennoch mit voller Wucht aufeinander.
    Noch unter der Regierung Scharon wurde 2003 mit dem Bau der Mauer begonnen. Die meisten Anschläge in Israel gingen vom Westjordanland aus. Tod und Zerstörung, so die Überlegung, könne man am besten stoppen, wenn man den Zugang der Westbank-Palästinenser nach Israel stoppe. Das würde auch der Vergleich der israelischen Attentatsopfer in Gebieten mit und ohne Zaun belegen.

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