Ahmadinedschad prophezeit den „Untergang“ Israels

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Ahmadinedschad prophezeit den „Untergang“ Israels

Wahied Wahdat-Hagh von Wahied Wahdat-Hagh, Kolumnist für WELT DEBATTE 

 

Ein Jahr nach dem Gaza-Krieg schüren iranische Politiker erneut den Hass gegen Israel. Dabei versucht das iranische Regime die islamische Welt unter seiner ideologischen Herrschaft zu vereinigen. Gleichzeitig warnt das Regime die iranische Opposition kein „Spielball der westlichen Feinde“ zu werden.

Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinedschad verschickte eine Botschaft an die libanesische Hisbollah und griff Israel scharf an. Laut der iranischen Zeitung Kayhan vom 20. Januar 2010 ist Mahmud Ahmadinedschad der Meinung, dass das „zionistische Regime sich in der Periode seines Falls und seines Untergangs“ befindet.

Dabei benutzte Ahmadinejad die Begriffe „Soqut“ und „Uful“. Soqut kann als „Fall“ und als „Vernichtung“ übersetzt werden. „Uful“ heißt „Untergang“. Der iranische Präsident attackierte damit Israel und bezog sich auf den Goldstone-Report. Ahmadinedschad sagte auch: „Es gibt die Hoffnung, dass wir in Zukunft Zeugen von größeren Siegen der größten Mujahedin (Kämpfer) auf dem Wege Gottes sind.“ Einen solchen Sieg machte der iranische Präsident davon abhängig, in wieweit die islamischen und arabischen Staaten die „Volkskämpfe“ der Hisbollah gegen „Aggressoren und Besatzern“ verteidigen und unterstützen.

Der iranische Außenminister über das „alberne Kind des Westens“

Der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki bezeichnete in einer Versammlung von ausländischen Botschaftern in Teheran den Staat Israel als ein „zionistisches Regime, das ein albernes Kind des Westens“ sei, meldete Kayhan am 20.1.2010. Mottaki fügte hinzu: „Das zionistische Regime weist nach 60 Jahren illegitimen Lebens ein Zeugnis voll von Verbrechen und Staatsterrorismus auf.“ Mottaki ging dann auf den Gaza-Krieg ein. Er sagte: „Heute sprechen die Unterstützer des zionistischen Regimes von Demokratie und Menschenrechten.“ Diese Parolen seien „hohl“. Auch der iranische Außenminister bezog sich auf den Goldstone-Bericht und sprach von der
„Katastrophe von Gaza“.

Iranische Politiker treffen Seyyed Hassan Nassrallah in Beirut

Die Nachrichtenwebsite der iranischen Regierung meldete am 18.Januar 2010, dass der „parlamentarische Sekretär des iranischen Präsidenten, Mir Taj-al-dini, sich mit dem Generalsekretär der libanesischen Hisbollah getroffen habe. Mir Taj-al-dini wurde wie folgt zitiert: „Die Standhaftigkeit der Jugend des islamischen Widerstandes und die libanesische Hisbollah haben bewiesen, dass in Libanon eine Generation herangewachsen ist, die der Herrschaft der Zionisten, insbesondere deren gut ausgerüsteten Armee widerstehen kann.“ Der Vertreter des iranischen Präsidenten fügte hinzu: „Die neuen Drohungen der Zionisten sind nur ein psychologischer Krieg.“

Mahatir bin Mohamad meldet sich wieder

Auch der frühere Ministerpräsident von Malaysia, Mahatir bin Mohamad, hat sich laut der staatlichen Nachrichtenagentur des Iran erneut über „das zionistische Regime“ geäußert. Er sagte: „Die Zionisten stellten immer ein Problem für die Europäer dar. Deswegen haben sich die Europäer dazu entschieden sie zu transferieren und Israel zu gründen, damit sie die Zionisten endlich loswerden.“

Mahatir Mohamad kritisierte auch die Politik des US-amerikanischen Präsidenten Obama mit folgenden Worten: „Die Taten von Barack Obama im letzten Jahr haben nicht nur die Amerikaner zur Verzweiflung gebracht, sondern die ganze Welt.“ Obama habe keines seiner Versprechen bisher erfüllt. Seine Politik stelle die „Fortsetzung der Politik von Bush dar“. Mahatir Mohammad meinte, dass das „Ereignis vom 11.9.“ einen Vorwand geliefert habe, um die Muslime und die islamische Welt anzugreifen, berichtete IRNA am 21.1.2010.

Khamenei warnt die „privilegierte Klasse“

Es ist interessant zu wissen, dass das persische Wort „Khawass“ für „Adel“ oder für „privilegierte Klasse“ steht. Der iranische Revolutionsführer Ali Khamenei warnte die „privilegierte Klasse“ – damit meint er das islamistische Establishment – die Einheit zu bewahren und keine „zweischneidigen Positionen“ anzunehmen.

Der iranische Revolutionsführer sprach von den „Feinden“, die die „Einheit des Volkes“ vertuschen wollten und vortäuschen wollten, dass das „Volk geteilt“ sei. Der Revolutionswächter erinnerte an den Al-Quds-Tag, an dem, wie er sagte, einige „Parolen zugunsten des zionistischen Regimes ausgegeben haben“. Andere hätten am 4. November 2009 proamerikanische Parolen ausgerufen. Sie hätten damit „gegen den Islam und gegen das islamische System“ agitiert. Er erinnerte aber auch an den 11. Februar. An diesem Tag der Revolution erwartet Khamenei, dass die Iraner für „die Größe“ der islamischen Revolution auf die Straßen gehen, berichtete ISNA am 19.1.2010.

Beobachter erwarten am 11.2.2010 im Übrigen erneut Demonstrationen gegen die „Islamische Republik Iran“.

Die Kultur des Jihad und des Märtyrertodes

Der als „moderat“ bekannt gewordene Ali Larijani, Vorsitzender des khomeinistischen Pseudo-Parlaments, warnte ebenfalls vor Stimmen, die von einem „Wahlbetrug“ sprechen würden. Ein solches Argument würde die „Republik“ im Iran infrage stellen.

Larijani befahl, im Iran gäbe es „keinen Betrug.“ Denn der Revolutionsführer „wache“ über das Land, schrieb Farsnews am 21.1.2010.

Larijani meinte, dass die „islamische Revolution die falschen Paläste der Welt zum erzittern gebracht habe.“ Larijani fährt fort und meint, wenn die „islamische Republik die Säulen des Imperialismus nicht gebrochen hätte, hätten die arabischen Staaten in der Region es nie gewagt sich gegen Amerika und Israel zu wenden.“ Die USA würden dann in der Lage sein, sogar das „russische Schild“ zu brechen und die absolute Macht zu gewinnen.

Hier sieht man, dass aus der Perspektive eines iranischen Politikers wie Ali Larijani Russland für den Iran nur ein Schutzschild gegenüber den USA darstellt.

Larijani erinnerte an die Relevanz des „Märtyrertodes“ und des „Jihad“, die die islamische Revolution möglich gemacht hätten. Der „moderate“ Larijani sagte: „Wenn die Hisbollah, Irak und die Hamas das Rückgrad Israels gebrochen haben, dann liegt es am Jihad und dem Märtyrertod.“ Diese zwei Prinzipien hätten sich in eine „Kultur“ verwandelt.

Verschwörungen der Feinde

Der iranische Präsident Ahmadinedschad warnte auch die islamische Welt vor den „Verschwörungen der Feinde“. Er warnte vor „Intrigen“, die die Muslime spalten könnten.
Ahmadinedschad lehnte ausdrücklich die Aufteilung des Islam in schiitischen und sunnitischen Islam ab. Alle „Iraner seien ein wichtiges Kapital des Iran“ und gehörten zu einem „einzigen Körper“, so der Präsident. Aus der Perspektive der „Islamischen Republik Iran seien alle Iraner Brüder und Schwestern.“ Die „muslimische Ummat“ müsse über die Pläne der Feinde informiert werden,
berichtete IRNA am 16.1.2010.

Lotfollah Forusandeh, einer der Staatssekretäre des iranischen Präsidenten warnte diejenigen protestierenden Stimmen aus dem Iran, die „mit ihren zweischneidigen Positionen zu Spielbällen der Feinde würden.“

Khatami gegen Karoubi und Moussawi

Indessen kritisierte Ex-Präsident Mohammad Khatami den Ex-Ministerpräsidenten Moussawi und den Ex-Präsidentschaftskandidaten Karoubi, berichtete Kayhan am 21.1.2010. Kayhan zitierte Khatami, der hervorgehoben habe, in einem telefonischen Gespräch Karoubi und Moussawi gebeten zu haben sich nicht öffentlich sondern nur schriftlich gegenüber dem Revolutionsführer zu äußern. Sie sollten dem Ayatollah Ali Khamenei schriftlich ihre Meinung mitteilen, aber einräumen, dass sie sich der Meinung des Revolutionsführers fügen würden. Kayhan bezieht sich dabei auf die Ausführungen eines iranischen Politikers, Hujjat-ul-Islam Hussein Ibrahimi, der beschwört habe, dass Khatami ihm diese Ausführungen persönlich mitgeteilt habe. Khatami hat dies bisher nicht dementiert. Kayhan schreibt, Mohammad Khatami habe verschiedentlich die Meinung vertreten, dass Karoubi „den Weg der Reformer zurück zur Macht
gänzlich versperrt habe.“

 

 

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