Zu beachten: Welche Ziele die israelische Luftwaffe nicht angriff

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Am Donnerstag konzentrierte die israelische Luftwaffe (IAF) ihre Angriffe im Libanon auf iranische Langstreckenraketen der Fabrikate Fajr 3 und 4. Es gelang ihr, einige, die in getarnten Bunkern versteckt waren, zu treffen. Diese Raketen haben eine Reichweite bis nach Haifa und möglicherweise sogar bis nach Hadera.

Mit einer ihrer Langstreckenraketen traf die Hisbollah gestern Abend ein Viertel in Haifa. Das bedeutet eine strategische Eskalation in der gegenwärtigen Konfrontation. Dieser Angriff ist ernster zu nehmen als der Angriff auf die Patrouille der israelischen Armee (IDF), der in der Entführung von zwei Soldaten resultierte.

Während die libanesische Regierung indirekt für den Angriff am Donnerstag verantwortlich ist, hätte die Hisbollah ihn jedoch nicht ohne iranische Unterstützung ausgeführt. Die israelischen Luftangriffe bedeuten zweifellos, dass der Iran die Raketenlager der Hisbollah nun wieder auffüllen muss.

Die erfolgreichen israelischen Angriffe am Donnerstag auf die Lager-Bunker der Hisbollah reflektieren mehr als nur operationelle Möglichkeiten Israels. Sie zeigen auch seine Fähigkeit, akkurate Geheimdienstinformationen zu sammeln.

Iranische Berater waren in den Bau der Bunker und die Nutzung der Raketen einbezogen. Hisbollah-Militante wurden in den Iran geschickt, um im Umgang mit den Fajr-Rakteten ausgebildet zu werden.

Die Hisbollah und Truppen der libanesischen Armee feuerten Flugabwehrgeschosse auf die IAF. Doch zumindest bis jetzt erhielt diese den Befehl, das Feuern auf Stellungen der libanesischen Armee zu vermeiden. Jeder Schlag gegen sie, der seit dem Ausbruch des gegenwärtigen Konflikts stattgefunden hat, war unabsichtlich.

Die große Mehrheit der etwa 100 Ziele, die die IAF angegriffen hat, liegt im Südlibanon. Am Freitag wird die IAF ihre Operationen wahrscheinlich ausweiten und andere Teile des Landes mit einbeziehen. Die Operationen werden von der Bemühung angeführt, der libanesischen Regierung diejenigen Bereiche aufzuzeigen, für die Israel sie verantwortlich hält. Deshalb ist es wichtig, nicht nur die Ziele, die die IAF angreift, zu beachten sondern auch diejenigen, die sie nicht angreift. So beschoss die IAF z. B. Büros der Hisbollah, jedoch keine in Beirut.

Das Ziel mit der größten strategischen Bedeutung war bisher der Flughafen von Beirut. Während der Beschuss der Rollbahnen die Abflüge und Landungen lahm gelegt hat, wurde keiner der Radar- oder Kontrolltürme getroffen. Dies erlaubt dem Flughafen, die Kontrolle der internationalen Flüge über dem Luftraum Libanons aufrecht zu erhalten.

Auch die Haupthäfen wurden nicht angegriffen, und außer der Sendestation der Hisbollah wurden in Beirut keine anderen Ziele beschossen. Die IAF hat ihre Angriffe auf militärische Einrichtungen der Hisbollah konzentriert.

Weder die Schiiten-Viertel in der libanesischen Hauptstadt, noch das Kraftwerk, noch die Transformatoren wurden beschossen. Die israelische Luftwaffe sagte, die Ziele werden sich ausweiten wenn klar wird, dass eine Terroristengruppe, die vom Iran unterstützt wird, im Grunde die Kontrolle im Libanon besitzt. (Ze’ev Schiff, Haaretz.com, 14.7.)

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